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| Christentum - Heilige | |
(Therese, Teresa, griech. Frau von der Insel Thera) Die am 28. März 1515 in Ávila, Spanien, als Sproß einer adligen spanischen Familie geborene Theresia war schon als Kind vom schwärmerischen Geist ergriffen, z. B. wollte sie zu Fuß nach Afrika laufen und dort den Tod als Märtyrerin finden, trat 1535 in das Karmeliterkloster Zur Menschwerdung in Ávila ein.
Schwere Erkrankung ging einher mit mystischen Erlebnissen und Ekstasen, die sie zum Mittelpunkt öffentlichen Streitens machten. Denn sie war eine recht ungewöhnliche Frau, einmal, neben anderen Erscheinungen, flog ihr aus der Hand des Bischofs eine Hostie von selbst in den Mund.
Um 1564 sollen ihr Jesus und der Apostel Petrus erschienen sein.
Jesus selbst soll ihr gesagt haben, sie sei seine Braut; ein Seraph erschien ihr an einem August und betupfte sie mit einem glühendem Pfeil. Der Schmerz sei so süß gewesen, daß sie wünschte, immer so getupft zu werden. Dieses Ereignis wurde in Spanien als Fest der Bepfeilung gefeiert.
Eine 1560 erlebte Vision der Hölle ließ Theresia nach Vervollkommnung streben und führte, mit Billigung Papst Pius IV. zur Gründung eines Reformklosters mit strengerer Regel. Dabei unterstützten sie Petrus von Alcántara und Johannes vom Kreuz, dem Erneuerer der männlichen Karmeliter.
Theresia und Johannes vom Kreuz gründeten gut 30 neue Klöster, wobei sie vielfach angegriffen wurden, besonders von den Beschuhten Karmeliten, die Trennung von Unbeschuhten und Beschuhten Karmeliten erfolgte 1580.
Die Strenge ihrer Regel machte Theresia auch angreifbar und war, ob wahr oder nicht, Ursache für Diffamierung und Verleumdung: blinder Gehorsam war Pflicht, eine Nonne, die ein verdrießliches Gesicht ob des schlechten Brotes machte, wurde von Theresia gezwungen zehn Tage nackt zwischen den Eseln stehend Hafer und Heu zu fressen. Alle Nonnen waren zu strengster Askese angehalten, sie sollen tote Mäuse in den Mund genommen, Blut getrunken, ihr Brot in faule Eier getaucht und andere Prüfungen des Ekels ausgestanden haben. Merkwürdig schien auch der Umstand, daß ihre Nonnen Hosen tragen mußten, Männern diese hingegen ausgezogen wurden.
Am 4. Oktober 1582 starb Theresia in Alba de Tormes, Spanien. Nach ihrem Tod soll sie einer Nonne erschienen sein und der gesagt haben, sie sei weniger aus Krankheit als aus Inbrunst der Liebe gestorben.
Reliquien Theresias befinden sich noch heute in der dortigen Klosterkirche, es gibt dorthin rege Wallfahrt.
Am 26. April 1614 wurde Theresia selig, am 12. März 1622 heilig gesprochen. Sie hinterläßt ein Schrifttum, in dem sie erstmals eine deutliche und ausführliche Darstellung mystischer Erlebnisse lieferte.
Ihre Verehrer gaben der Theresia eine Reihe schwärmerischer Titel, beispielsweise Arche der Weisheit, himmlische Amazone, Balsamgarten, Orgel- und Kabinettssekretär des Heiligen Geistes, noch heute wird sie in Spanien seraphische Mutter und Doctora mystica genannt.
Dargestellt wird Theresia als Karmeliterin, mit Geißel, Dornen, Pfeil, Herz, Taube, Schreibgerät oder Seraph.
Sie ist Patronin von Spanien und des Erzbistums Ávila, von Alba de Tormes und Neapel, der Schriftsteller Spaniens, der Borstenmacher, man ruft sie in geistlichen Nöten, um das Vermögen zu beten, für ein innerliches Leben und gegen Leiden von Herz und Kopf an.
Ihr Tag ist der 15. Oktober. Im Karmeliterorden gedenkt man ihrer am 5. Oktober. Dies war ihr Festtag ehe die gregorianische Kalenderreform in Kraft trat.
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