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 Christentum - Heilige
 
 

Hieronymus

geb. um 347 in Stridon, Dalmatien, gest. 30. September 419/420 in Bethlehem

Nach einem Studium in Rom wurde Hieronymus Priester und lebte als hochgebildeter Mann, der sieben Sprachen beherrschte, ab 386 in Bethlehem. Dort leitete er ein Mönchskloster. Seine herausragendste literarische Leistung war die Schaffung der Vulgata, die erste Übertragung der Bibel ins Lateinische.

Ein weiteres bedeutendes Werk „De viris illustribus” behandelt als kirchengeschichtles Lehrbuch 135 Kirchenschriftsteller.

Berühmt und volkstümlich ist Hieronymus aber wegen eines Löwen. Hieronymus nahm den ersten Schöpfungsbericht der Bibel (1. Mose 1,29-30) ernst und lebte als Vegetarier, dessen Umgang mit seiner Mitwelt von Mitgefühl und Achtung geprägt war. Als er bei Bethlehem mit einigen Mönchen im Freien war, erschien plötzlich ein humpelnder Löwe. Voller Schrecken suchten seine Mitbrüder das Weite, Hieronymus und der Löwe aber vertrauten einander. Der Heilige zog einen Dorn aus der Pfote des Tieres und beseitigte so die Ursache dessen hinkens.

Der Löwe war dem Hieronymus sehr dankbar und ihm fortan ein Freund, der ihn in seiner Zelle beschützte und Hieronymus in Ruhe seine Vulgata schreiben konnte.

Für weniger gütig kann man Hieronymus halten, wenn man eine seiner Aussagen liest: „Und wenn sich deine jungen Geschwister an deinen Hals werfen, deine Mutter mit Tränen und zerstreuten Haaren und zerrissenen Kleidern den Busen zeigt, der dich ernährt hat, dein Vater sich auf die Türschwelle legt, stoße sie mit Füßen von dir und eile mit trockenen Augen zur Fahne des Kreuzes.” Hier bezieht sich Hieronymus wohl auf das Wort Jesu, demnach man von Familie und Beruf lassen und sich ganz dem Glauben widmen solle (Lukas 14,26).

Er eiferte auch gegen erotische Vergnügungen.
Daß er erklärte, bei Gastmählern tanzende und musizierende Mädchen seien der „Chor des Teufels und nicht weniger gefährlich als Sirenen”. Diese Haltung veranlasste den römischen Kaiser Theodosius, das bereits 385 bestehende Verbot solcher Unterhaltung in seinem Codex Theodisianus mit noch härten Strafen zu bewehren. (SCHREIBER, 218)

Mit Augustinus, Gregor dem Großen und Ambrosius gehört Hieronymus zu den vier großen Kirchenlehrern des Abendlandes.

Sein Tag ist der 30. September.

Hieronymus’ Umgang mit der Kreatur mündete in keine in Europa gelebte, bestimmende Tradition, der achtungsvolle Umgang mit dem Mitgeschöpf bildet so gut wie immer die Ausnahme. Vereinzelt nahmen andere Heilige Gedanken des Hieronymus auf.
Franz von Assisi predigte eingedenk Markus 16,15b neben den Menschen auch den Tieren:

Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.
 

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