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| Christentum - Heilige | |
(altsächs. Kampf + Garten, Schutz, ahd. die kämpferisch Schützende) Diese vielleicht berühmteste Mystikerin, Dichterin und Heilerin lebte von 1098 bis 1179.
In der Frauengemeinschaft der Abtei Disibodenberg, Rheinpfalz, erhielt sie von deren Leiterin Jutta von Sponheim ihre Erziehung und folgte ihr nach deren Tod 1136 in der Leitung nach. Bald verlegte sie den Sitz der Gemeinschaft auf den Rupertsberg bei Bingen, von wo aus sie zahlreiche Reisen unternahm.
Überall geachtet und gefürchtet wegen ihrer Strenge in Sitte und Buße wurde sie zur geschätzten Ratgeberin sowohl beim einfachen Volk wie beim höchsten kirchlichen und weltlichen Adel, Bernhard von Clairvaux förderte sie und erreichte von Papst Eugen III. die Erlaubnis zur Veröffentlichung der Schriften, was damals für Frauen keine Selbstverständlichkeit war.
Ihre zahlreichen Visionen, die sie von Kindesbein an erlebte, ließ sie von ihrem Sekratär auf Latein niederlegen. So entstanden die ältesten Zeugnisse deutscher Mystik. Andere Schriften widmeten sich der Heilkunde und Ernährungslehre, womit sie die erste schreibende Ärztin überhaupt ist. Ihre Arzneikunde verband Kräuterwissen mit damals gängigem Volksglauben, etwa wenn sie die Alraunwurzel, der wegen ihrer menschenähnlichen Form der Teufel innewohne und die deswegen in Quellwasser zu reinigen sei, als einen Abwehrzauber gegen durch Magie hervorgerufenem überstarken Geschlechtstrieb empfiehlt. Erkrangungen hätten demnach nicht allein physischen Ursachen, sondern seien spirituell erklärbar und häufig das Ergebnis der Wirkungen teuflischer Mächte.
Beigesetzt wurde Hildegard auf dem Rupertsberg, Reliquien gelangten nach der Zerstörung des Klosters 1632 in das von ihr gegründete Kloster Eibingen bei Rüdesheim.
Noch ist Hildegard von Bingen nicht offiziell in den Katalog der Heiligen aufgenommen, der Entscheidungsprozeß ist, im vierten Anlauf, jedoch schon weit fortgeschritten und der Vatikan prüft, Hildegard als Kirchenlehrerin anzuerkennen.
Dargestellt wird Hildegard von Bingen als Äbtissin, mit Schreibutensilien, Kirchenmodell, einen Brief überreichend und bei der Vergabe von Almosen.
Sie ist Patronin der Naturwissenschaftler, der Sprachforscher und der Freunde des Esperanto.
Ihr Tag ist der 17. September.
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