Das Schwarze Netz - zum Anfang< zurück
 Christentum - Heilige
 
 

Kosmas und Damian

(griech. kósmos, „Ordnung”, „Hochachtung”; griech. damázo „bezwingen”) Diese beiden Heiligen waren Ärzte, die im 3. Jahrhundert in Aigai, heute südöstliche Türkei, geboren und in Syrien gelebt haben sollen. Als Missionare ihres Glaubens fielen sie ihrer Legende zufolge um das Jahr 305 in Kyros (heute Killiz, Syrien) als Märtyrer der Christenverfolgung zum Opfer.
In der griechischen Kirche nennt man sie anargyroi, „die Unentgeltlichen”, weil sie sich für ihre Kunst nicht bezahlen ließen.

Reliquien der beiden, deren Verehrung schon im 5. Jahrhundert einsetzte, gelangten an zahlreiche Orte, darunter die Michaelskirche zu München. Bis heute gibt es auf Sizilien eine Wallfahrt zu ihren Ehren.

Dargestellt werden Kosmas und Damian als edel gekleidete Ärzte mit entsprechendem Gerät und Asklepiosstab sowie beim Martyrium.

Sie sind Patrone der Ärzte, Zahnärzte und Apotheker, der Friseure, Konditoren, Ammen, Physiker und Krämer, weiter der Stadt Florenz, sie werden gegen Geschwüre und Seuchen angerufen sowie bei Erkrankungen des Pferdes.

Der Tag von Kosmas und Damian im katholischen Kalender ist der 21. September. Die Ostkirche gedenkt ihrer am 1. Juli, am 17. Oktober und am 1. November.

 

Legende von Kosmas und Damian

Die Brüder, ihre Mutter war die Christin Theodoche, vermochten alle Krankheiten zu heilen und wurden, da sie deshalb Berühmtheit erlangt hatten, zum Prokonsul Lysias gerufen. Der wollte sie zum „Götzendienst” nötigen, auch drei Brüder von Kosmas und Damian, Antimus, Leontius und Euprebius wurden dazu einbestellt. Sie weigerten sich aber und Lysias ließ sie foltern, in Ketten legen und ins Meer werfen.

Aus dem Wasser rettete sie jedoch wundersam ein Engel, weshalb der Prokonsul sie für mächtige Zauberer hielt. Begierig fordert er sie auf, ihn in ihre Kunst einzuweihen, doch kaum hatte er das geäußert erschienen zwei Dämonen und plagten ihn, bis das Gebet der Heiligen diese verscheucht hatte.

Undankbar, bzw. weil er meinte, die Christen hätten seine Götter erzürnt, ließ er sie ins Feuer werfen, doch anstatt sie zu verbrennen sprang das Feuer auf die Umstehenden und verbrannte sie. Lysias ließ die Folter wiederholen, aber erneut schützte sie ein Engel.

Nun trennte Lysias die Gruppe, ließ die drei Brüder einkerkern, Kosmas und Damian aber kreuzigen und steinigen. Allerdings flogen die Steine auf ihre Werfer zurück, so daß auch dieses erfolglos blieb.

Als letzten Versuch ließ Lysias die drei Brüder aus dem Kerker holen und sich neben das Kreuz stellen. Vier Bogenschützen wurde befohlen, ihre Pfeile auf sie zu schießen, doch sprangen die Pfeile durch die Luft zurück und die Christen blieben unverletzt.

Nach diesen vier erfolglosen Unternehmungen ließ Lysias die Märtyrer am Morgen darauf enthaupten, was gelang. Doch geschah noch ein weiteres Wunder. Kosmas war einmal zornig auf den Damian gewesen, weil der sich von seiner Patientin Palladia ein kleines Geschenk zum Dank für ihre Heilung hatte aufnötigen lassen. Darum verkündete Kosmas, er wolle nicht mit seinem Bruder im gleichen Grab bestattet werden, doch erschien ihm ein Engel und versöhnte beide wieder. Als die Mediziner un tot waren, berieten die Hinterbliebenen, die letzteres nicht wußten, welches Grab nun zu wählen sein. Als sie noch ratschlagten, trabte ein Kamel vorbei und sagte ihnen mit menschlicher Stimme, sie sollten gemeinsam die letzte Ruhe finden.

Weitere Wunder ereigneten sich. Ein Bauer schlief auf seinem Acker ein und in seinen offenen Mund kroch eine Schlange, die dem Landmann Schmerzen bereitete. In seiner Not rief er Kosmas und Damian an, begab sich zur Kirche und schlief ermattet ein. Die Schlange verließ ihn wiederum durch den Mund und der Bauer war geheilt.

Zu Ehren von Kosmas und Damian ließ Papst Felix (IV.) in Rom eine Kirche bauen. Darin diente ein Mann, dem der Krebs sein eines Bein arg angegriffen hatte. Als er schlief erschienen die Heiligen und ersetzten sein krankes Bein durch das eines verstorbenen Äthiopiers. Als der Kirchendiener erwacht war, sah er sich gesundet, nur hatte er statt des weißen ein schwarzes Bein, im Grab des Äthiopiers fand sich dementsprechend das Amputat.

Die Darstellung folgt Jacobus de Voragine (Legenda Aurea, 323ff.).

Die Legende enthält einige Motive, die auch in anderen Zusammenhängen auftauchen. So kann der wiederholte Versuch der Hinrichtung als Durchgang durch die vier Elemente angesehen werden, wie sie auch in der Praxis des Alchimisten vorkommen (Ertränken - Wasser, Verbrennen - Feuer, Steinigen - Erde [Steine sind Gebeine der Erde], Pfeile - Luft).

Die Heilung im Schlaf ist auch in den Geschichten über den heilkräftigen griechischen Gott Apollo überliefert, die Schlange im Zusammenhang mit der Medizin hat die gleiche Wurzel, der Schlangenstab war Symbol von dessen Sohn Asklepios.

Die von Papst Felix erbaute Kirche lag in der Nähe der Kultstätte der Zwillinge Kastor und Pollux, vielleicht wurde der Ort gewählt, um deren Kult zu verdrängen (DE VORAGINE, Anm. S. 501).

 

Die Heiligen im Jahreslauf
Januar - Februar - März - April - Mai - Juni - Juli - August - September - Oktober - November - Dezember