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| Christentum - Heilige | |
(Hrotsvitha, Hrosvith, ahd. Ruhm, Ehre u. stark) Eine Kanonissin und Dichtern. Sie lebte von etwa 935 bis 1010.
Schon in jungen Jahren trat Roswitha ins Kloster Gandersheim in Niedersachsen ein, wo sie ab etwa 960 Dichtungen in lateinischer Sprache schuf. Damit war sie die erste Dichterin deutscher Zunge, die sich des Lateinischen bediente. Ihre Themen waren Heiligenlegenden, christliche Dramen und historische Stoffe (SCHAUBER, 264).
Bemerkenswert ist der den Texten Roswithas, als deren Lebensdaten auch 935 bis 975 angegeben werden, innewohnende Grausamkeit. Bei H. DÖBLER findet sich eine Probe: Drei nackte Mädchen werden ausgepeitscht, so daß ihre Glieder zerreißen. Auf glühenden Rosten brät man ihre Leiber und hält sie in Pfannen, die mit Wachs und Pech gefüllt sind, bis sie endlich mit Schwertern enthauptet werden. Mit solchen Texten suchte Roswitha darauf hinzuweisen, daß der Leib gefoltert und verbrannt werden könne, die Seele aber gerettet würde, wenn nur Tugend und Sittsamkeit geübt werden, denn ihre Texte richteten sich gegen den abscheulichen Wahnsinn unerlaubter Liebe. Besonders Kaiser Otto II. ehrte Roswitha, die schon zu Lebzeiten helltönende Stimme von Gandersheim genannt wurde (DÖBLER, 243).
Um 1010 verstarb Roswitha im Kloster Gandersheim. Dargestellt wird die Heilige im Gewand der Kanonissen, mit Kreuz, Buch und Schreibfeder (SCHAUBER, 264).
Ihr Tag ist der 5. September.
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