| Christentum | ||
(lat. Trinitas Dreiheit, Dreifaltigkeit) Die christliche Vorstellung von der Dreifaltigkeit Gottes als Vater Kyrios, Sohn Jesus und Heiliger Geist Pneuma hagion.
Die Einheit der Trinitas besteht im einen Wesen, ihre Verschiedenheit in den drei Personen. Der Vater ist ungezeugt, der Sohn entstammte ihm vor aller Zeit, der Heilige Geist von Ewigkeit her aus Vater und Sohn. Dem Vater wird die Schöpfung, dem Sohn die Erlösung und dem Heiligen Geist die Heiligung zugesprochen.
Dargestellt wurde die Dreifaltigkeit in frühchristlicher Zeit als Hand Gottes, Lamm Jesus und der Taube als Heiliger Geist. Später kommen der dreifache Kreis (Dreipaß) und seit dem Mittelalter das Dreieck hinzu. In figürlicher Darstellung sind es drei einander ähnelnde Männer (nach 1. Mose 18,2: Gott besucht Abraham als drei Männer), als Vater und Sohn nebeneinander thronend, zwischen ihnen die Taube oder als Gnadenstuhl (der Vater das Kreuz mit dem Sohn haltend, die Taube sie umfliegend).
Zum Dogma erhoben wurde die Lehre auf den ökumenischen Konzilien von Nicäa (325) und Konstantinopel (381). Allerdings gilt ein vorgeblich biblischer Beleg bei JOHANNES (Komma Johanneum: Und drei Zeugen gibt es [auf Erden]: den Geist, das Wasser und das Blut, und diese drei stimmen überein [in Jesus Christus. Und drei sind es, die dies Zeugnis im Himmel verlautbaren: der Vater, das Wort und der Geist.] 1. Joh. 5,7f.) als Fälschung und nachträglicher Einschub des 4. Jahrhunderts, blieb aber dennoch erbittert verteidigter Bestandteil der lateinischen Bibelübersetzung Vulgata (Reclams Bibellexikon, 337).
Im evangelischen Christentum gilt die Dreieinigkeit als Selbsterschließung Gottes.
Am Sonntag nach Pfingsten wird das Fest der Dreieinigkeit gefeiert.
Die Lehre von der Trinität unterscheidet das Christentum deutlich von Judentum oder Islam und ist auch Gegenstand von Vorwürfen, das Christentum mit seiner Dreifaltigkeitslehre sei verkappter Polytheismus.
Für den Okkultisten Eliphas Lévi (1810 bis 1875) stand hingegen fest: Die Dreiheit ist das universelle Dogma. (Transzendentale Magie, 110)
Im Tetragramm bedeutet die Dreiheit, am Anfang des Wortes genommen, die göttliche Vereinigung, und am Ende des Wortes genommen, Weiblichkeit und Mütterlichkeit. Der Name Eva hat drei Buchstaben, der ursprüngliche Name Adam jedoch wird durch den einzigen Jod ausgedrückt und deshalb sollte Jehova wie Jeva ausgeschrieben werden. Dies führt uns zum großen, durch die Vierheit ausgedrückten Mysterium der Magie. (LÉVI, 118)
Göttermehrheiten, besonders Dreiheiten, sind in Religionen nicht selten, sowohl gemischtgeschlechtlich wie rein männlich oder rein weiblich. Besonders dem katholischen Christentum wurde nicht allein wegen der Marien- und der Heiligenverehrung sondern auch wegen der Trinitätslehre Polytheismus vorgehalten.
Mancher mühte sich darum um vereinfachte Darstellung. Dem hl. Bernhard zufolge wurde aus Gott und Mensch eine Heilsalbe für alle; diesen beiden Spezies wurden im Leibe der Jungfrau Maria wie in einer Reibschale gemischt, und der Heilige Geist war die Mörserkeule.. Noch einfacher erklärte es ein Franziskaner. Demnach sei die Dreieinigkeit einer Hose vergleichbar, die drei Öffnungen hat, aber doch nur ein Stück ist (beide Zitate nach O. v. Corvey, Pfaffenspiegel).