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   Heilige / Magier
 

Albertus Magnus

(magnus lat. „der Große”; auch Albert der Große, eigntl. Albert Graf von Bollstädt, 1193 bis 1280) Ein Theologe der Hochscholastik, Kirchenlehrer und Heiliger.

Der vermutlich 1193 (nach manchen erst um 1200) in Lauingen geborene Albert war Sohn eines schwäbischen Ritters. Ab 1223 studierte er im italienischen Padua und trat dort dem Dominikanerorden bei. Danach war er erst in Paris, dann in Köln, wo er 1248 Mitbegründer des dominikanischen Lehrinstituts wurde, Ordensschullehrer. In Köln unterrichtete er den hl. Thomas von Aquin.

1254 wurde Albert zum Ordensprovinzial der Dominikaner für Deutschland berufen.

1260 ernannte ihn Papst Alexander IV. zum Bischof von Regensburg. Dieses Amt war Alberts Sache nicht und schon 1262 ließ er sich vom Papst von der Bürde entbinden und wurde stattdessen zum Kreuzzugsprediger der deutschsprachigen Länder.

1263/64 betätigte er sich lehrend in Würzburg und Straßburg, ehe er 1269/70 nach Köln zurückkehrte.

Albertus Magnus starb am 15. November 1280 in Köln. Er wurde in der dortigen Kirche des Dominkanerordens beigesetzt, später überführte man seine sterblichen Überreste in die Kirche St. Andreas zu Köln, wohin schon bald eine Wallfahrt einsetzte. Seine Hirnschale wurde später nach Lauingen, eines seiner Schulterblätter nach Regensburg verbracht.

 

Der universell gebildete Albertus Magnus, man nannte ihn den Doctor universalis, war der erste, der die Schriften des Aristoteles vollständig in die seinerzeitige Theologie aufnahm. Darüber hinaus betätigte er sich als Naturforscher und widmete sich der Zoologie und der Botanik. Überdies gilt er als Alchimist und Magier.

Hauptwerke des Albertus Magnus sind sein Sentenzenkommentar, seine Aristotelesparaphrasen, Schriften zum Pseudo-Dionysius und eine Reihe exegetischer und dogmatischer Arbeiten.

1898 wurde in Trier der Albertus-Magnus-Verein gegründet, der als Hilfswerk für katholische Studenten gedacht war. 1925 schloß sich diese Vereinigung mit der Deutschen Caritas für Akademiker und dem Hildegardis-Verein zum „Hilfswerk für katholische Studierende” zusammen.

Am 16. Dezember 1931 wurde Albertus Magnus heiliggesprochen und zum Kirchenlehrer erhoben. Seit 1941 gilt er als Patron der Naturwissenschaftler, weitere Patronate sind die Theologen, Philosophen und Studenten, zudem die Bergleute.

Sein Tag im Kalender der Heiligen und Seligen ist der 15. November. In Österreich gedenkt man seiner am 16. November, damit sein Festtag nicht mit dem des österreichischen Nationalheiligen Markgraf Leopold III. kollidiert.

 

Der Name des Albertus Magnus wurde im 19. Jahrhundert in oft zwielichtiger Manier gebraucht.
Als der Glaube an die Kartomantie (Orakel aus Spiel- und Tarotkarten) erblühte, fand man auf den Märkten zwischen allerlei Groschenliteratur dürftige Breviere zur Kartenlegerei, die vorgaben, auf Albertus Magnus zurückzugehen. (GRAF, 91)

Zur Sage „Albertus Magnus und Kaiser Wilhelm” nach den Brüdern Grimm siehe gesonderten Artikel.

 

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