Das Schwarze Netz - zum Anfangzurück
   
 

Bérenger Saunière

(Curé Bérenger Saunière, gest. 1917) Ein Landpfarrer von Rennes-le-Château im Languedoc in den südfranzösischen Pyrenäen.

Am 1. Juni 1885 trat Bérenger Saunière, dreiundreißigjährig, sein Amt als Pfarrer von Rennes-le-Château an. Dieser Ort in der alten Landschaft Languedoc in den südfranzösischen Pyrenäen war seinerzeit ein von gerade zweihundert Seelen bewohntem Flecken, der allerdings auf eine große Tradition zurückblicken können soll, die bis zu den Kelten hinaufreiche. Es heißt, Bérenger Saunière sei eigentlich zu Höherem berufen gewesen als zu einem Posten als Landpfarrer in solch abgeschiedener Gegend, zumal sein Gehalt zwischen 1885 bis 1891 mit durchschnittlich einhundertfünfzig Francs im Jahr alles andere als üppig ausfiel. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 20)

Ob Saunière sein Einsatz in Rennes-le-Château willkommen war oder ob ein Fehlverhalten des Geistlichen der Grund dafür war, bleibt ungeklärt. Er stammte aber selbst aus dieser Gegend (nämlich aus dem nahen Dorf Montazel) und dürfte die Bestallung als Rückkehr in eine vertraute Gegend empfunden haben, zudem hatte er schon 1879 als Vikar im nahen Alet-les-Bains gewirkt und war von 1882 bis 1884 Pfarrer in Le Clat bei Axat, lebte also wohl recht gern in seiner Heimatregion. Ganz im Gegensatz zu seinem Bruder Alfred, der ebenfalls Geistlicher wurde und Karriere machte, er wurde Professor am Priesterseminar von Narbonne. Die beiden Brüder waren ohnehin unterschiedlichen Gemüts, denn während Alfred ganz dem Studium ergeben war, liebte Bérenger den Aufenthalt im Freien und war ein rüstiger Wanderer und leidenschaftlicher Jäger. (RITTER, 15)
Auch in die Politik mischte Bérenger Saunière sich ein, als er im Oktober 1885 in einer Predigt seine Gemeinde aufrief, nicht die Republikaner zu wählen, welche der Kirche feindlich gesinnt waren. Als man in Rennes-le-Château dann doch mehrheitlich republikanisch wählte, soll das Saunière sehr enttäuscht haben. Für einige Monate zog er sich nach Narbonne zurück, wo er vielleicht bei seinemn Bruder Alfred Rat und Ermutigung holte. Aber seine Gemeinde mochte ihren neuen Pfarrer und so kehrte Bérenger Saunière zurück und wurde rückwirkend zum 1. Januar 1886 von seinem Bischof Felix Arsene Billard als Seelsorger von Rennes-le-Château bestätigt. (ebd., 15f.)

Als Haushälterin stellte Saunière das achtzehnjährige Bauernmädchen Marie Denarnaud an, die zeitlebens seine Vertraute werden sollte. Allerdings trat sie den Dienst 1886 nicht allein an, denn auch ihre Familie trat in den Dienst des Pfarrers ungewöhnlich, denn der konnte mit seinem schmalen Gehalt kaum seine Haushälterin bezahlen. (RITTER, 41f.)
Freundschaftlich verbunden war Saunière in jenen Jahren mit Abbé Henri Boudet, dem Pfarrer des Nachbardorfes Rennes-les-Baines, der Saunière mit der wechselhaften Geschichte seiner Heimatregion vertraut machte (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 20) und dem auch ein näheres Wissen um das Geheimnis von Rennes-le-Château nachgesagt wird, zumal er einige merkwürdige Schriften veröffentlichte (RITTER, 18).

Henri Boudet ermutigte Saunière, seine verfallende, 1095 geweihte Kirche restaurieren zu lassen. Saunière lieh sich von seiner Gemeinde eine bescheidene Summe (dazu erhielt er von der Gräfin de Chambord, einer geborenen Habsburg, deren verstorbener Gatte als Heinrich IV. König von Frankreich geworden wäre, hätte es noch die Monarchie gegeben, die großzügige Spende von 3000 Francs in Gold, RITTER, 19, welche ihm Johann Salvator von Habsburg überbrachte, ebd., 22) und ließ erste Arbeiten vornehmen.

Bei diesen wurde der dem sechsten Jahrhundert entstammende westgotische Altar näher untersucht. Als die Platte entfernt wurde, entdeckte man in einem der Träger einen Hohlraum, welcher vier versiegelte Holzzylinder barg, deren jeder ein Pergament enthielt. Eines stammte aus dem Jahre 1244, das andere aus dem Jahre 1644 und beide beinhalteten Genealogien (heißt es). Die anderen beiden Pergamente waren um 1780 von Abbé Antoine Bigou verfaßt, einem Vorgänger Saunières, der nicht nur Gemeindepfarrer war, sondern auch Seelsorger und Vertrauter der Adelsfamilie derer von Blanchefort, welche hier in dieser Gegend, kurz vor der französischen Revolution, Großgrundbesitzer waren. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 21)

Bei Untersuchung der Pergamente aus Bigous Zeit erkannte Saunière, daß es sich nicht bloß um fromme Auszüge aus dem Neuen Testament handelte, sondern daß es sich offenkundig um verschlüsselte Botschaften handelte. Denn die Texte beider Pergamente enthielten in dem einem Fall eine Reihe überflüssiger Buchstaben, im anderen verstümmelte Zeilen mit auffalend hervorgehobenen (nämlich aus der Zeile springenden) Buchstaben. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 21f.) Die rätselhafte Botschaft des ersten Textes war: „BERGERE PAS DE TENTATION QUE POUSSIN TENIERS GARDENT LA CLEF PAX DCLXXXI PAR LA CROIX ET CE CHEVAL DE DIEU JACHEVE CE DAEMON DE GARDIEN A MIDI POMMES BLEUS.” Das heiße in wörtlicher Übersetzung: „Schäferin, keine Versuchung. Daß Poussin, Teniers den Schlüssel besitzen; Friede 681. Beim Kreuz und diesem Pferd Gottes beende — oder zerstöre — ich diesen Dämon von Wächter zu Mittag. Blaue Äpfel.” Der zweite Text laute dechiffriert: „A DAGOBERT II ROI ET A SION EST CE TRESOR ET IL EST LA MORT.” Was als „dieser Schatz gehört König Dagobert II. und Zion (Sion), und dort liegt er tot” übersetzt werden könne. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 23) Als weitere Übersetzungsmöglichkeiten werden „Dagobert II. König und Sion gehört dieser Schatz und er liegt dort ohne Leben” oder „Dagobert II. König und Sion gehört dieser Schatz und er liegt dort schlafend” angeführt, außerdem „Dagobert II. König und Sion gehört dieser Schatz und er liegt dort ungenutzt” oder auch „Dagobert II. König und Sion gehört dieser Schatz und er ist der Tod” (RITTER, 26).

Saunière wandte sich mit seiner Entdeckung zunächst an den Bürgermeister, dann an seinen Bischof (Felix Arsene Billard von Carcassonne). Der finanzierte dem Pfarrer eine Reise nach Paris, wo Sauniére sich und die Pergamente hohen kirchlichen Würdenträgern vorstellte. In Paris befaßten sich nun u. a. Abbé Bieil, der Generalsuperior des Priesterseminars von Saint-Sulpice und dessen Neffe Emilie Hoffet mit den geheimnisvollen Texten. Letzterer hatte sich bereits auf den Gebieten der Linguistik, der Kryptographie und der Paläographie einen Namen gemacht und war zudem von esoterischen und okkultistischen Lehren angetan. Über diese Kontakte erhielt der Landpfarrer Sauniére Zugang zu den Kreisen um Stéphane Mallarmé, Maurice Maeterlinck und dem Komponisten Claude Debussy sowie der seinerzeit berühmten Sängerin Emma Calvé, welche eine „Hohepriesterin der esoterischen Subkultur von Paris” gewesen sei (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 23f.) und der etliche Affären nachgesagt wurden (RITTER, 25).

Man weiß nicht, was die Pariser Gespräche Saunières in Paris ergeben haben. Jedenfalls kehrte er nach dreiwöchigem Aufenthalt von dort zurück und wurde fortan auch in Rennes-le-Château von der Calvé besucht, es heißt soger, er sei ihr Liebhaber gewesen und sie ihm völlig verfallen. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 24)

In Paris besuchte Bérenger Saunière auch den Louvre und erwarb die Kopien dreier Bilder: ein Porträt des Papstes St. Cölestin V. (gest. 1284), ein Bild von David Teniers und Les Bergers d’Arcadie („Die Hirten von Arkadien”) des Nicolas Poussin1. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 24)

Wieder daheim wandte Saunière sich erneut der Restaurierung seiner Kirche zu. Er soll unter einer merkwürdig geformten Steinplatte aus dem siebten oder achten Jahrhundert eine mehrere Skelette enthaltende Krypta entdeckt haben. Rätselhafterweise machte sich Sauniére auch an einer auf seinen Amtsvorgänger Antoine Bigou zurückgehenden Grabplatte der Marquise Marie d’Hautpoul de Blanchefort zu schaffen, welche sich auf dem kleinen Friedhof von Rennes-le Châtaeu befand, welche auf die kryptische Aussage zu Dagobert II. hingewiesen habe und die Sauniére zerstörte — ohne allerdings zu ahnen, daß ein Heimatchronist sie längst archiviert hatte. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 25)

Zudem begann Sauniére, begleitet von seiner Haushälterin, mit ausgedehnten Wanderungen in die Umgebung, von der er reihenweise wertlose Steine mitbrachte. Überdies nahm er eine ausgedehnte Briefkorrespondenz mit Persönlichkeiten aus Frankreich, Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz auf. Allein das Porto hierfür soll die bescheidenen Mittel eines südfranzösischen Dorfgeistlichen weit überstiegen haben. Überdies fing er mit dem Sammeln von Briefmarken an und tätigte dunkle Geschäfte mit verschiedenen Banken. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 25)

Seit 1896 nahmen die Ausgaben Sauniéres ein erstaunliches Ausmaß an. Sie überstiegen bei Weitem die Möglichkeiten eines Dorfgeistlichen, welcher von seinem knappen Gehalt auszukommen hatte und erreichten bis 1917 einen Gesamtbetrag von mehreren Millionen Francs. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 25) Aber seit seiner Rückkehr aus Paris hatte der Pfarrer offenkundig Geld im Überfluß, aus ganz Europa trafen Überweisungen ein, zumeist von religiösen und esoterischen Gesellschaften (RITTER, 35).

Das Geld verwendete der Pfarrer für verschiedenste Zwecke. Er veranstaltete ein- bis zweimal wöchentlich Bankette für seine Gemeinde, welche überaus reichlich gewesen sein sollen, er ließ das Dorf an die öffentliche Kanalisation anschließen und eine Straße hinauf zum Dorf erbauen. Er ließ auch einen zweigeschossigen Turm (den erst „Turm der Uhr” genannten Tours Magdala, RITTER, 44) errichten, ein Landhaus (Villa Bethania) erbauen und die Kirche auf höchst bizarre Weise ausschmücken. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 25f.)

Über deren Portal ließ Sauniére die Inschrift TERRIBILIS EST LOCUS ISTE („Dieser Ort ist schrecklich”) einmeißeln. Dieser Text bezieht sich zwar im biblischen Kontext auf einen Tempel des Herrn, nicht, wie man vermuten könnte auf den Eingang zur Hölle (HAUF, 268), doch gleich hinter dem Portal befindet sich das Weihwasserbecken, das von einer Statue des Dämons Asmodi gestützt wurde und er ließ einen (in katholischen Kirchen üblichen) Kreuzweg einrichten, dessen vierzehn Stationen zwar dem Gewohnten entsprachen, in einigen merkwürdigen Details jedoch von der gewohnten Darstellung abwichen. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 26)
Auch einen neuen Altar und bunte Kirchenfenster, die für optische Phänomene im Kircheninneren sorgen, ließ der Pfarrer nach von ihm und seinem Kollegen Henri Boudet gemachten Plänen anfertigen.
1897 waren die Restaurationsarbeiten an der Kirche von Rennes-le-Château abgeschlossen und am Pfingstsonntag des Jahres reiste Bischof Felix Arsene Billard zur Einweihung des Gotteshauses an. (RITTER, 40f.)

Damit waren Saunières Arbeiten aber noch längst nicht beendet: Saunière erwarb Grundstücke (auf den Namen seiner Haushälterin, RITTER, 41), ließ einen Tiergarten und eine Orangerie anlegen, sammelte antike Marmorskulpturen, kostbare Gewebe und Bücher. Er empfing illustre und für diese Gegend seinerzeit höchst ungewöhnliche Gäste, darunter Emma Calvé, den französischen Kultusminister und mehrfach Erzherzog Johann Salvator von Habsburg, einen Vettern des Kaisers der Donaumonarchie Österreich-Ungarn welcher, wie sich später herausstellte, bedeutende Summen an den Landpfarrer überwiesen ließ. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 26f.)

Hatte Saunière anfangs noch Rückendeckung seines Vorgesetzten, so änderte sich das mit dessen Nachfolger. Der neue Bischof von Carcassonne war mißtrauisch geworden und mutmaßte, Saunière bessere sein Gehalt durch Simonie auf und halte verbotene schwarze Messen ab. Saunière sollte sich wegen seines Reichtums erklären, das lehnte er jedoch ab und wurde vom Dienst suspendiert. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 27) 1911 trat Abbè Marty die Nachfolge Saunières an. Der räumte das Pfarrhaus aus und zog in die Villa Bethania. Hierhin lud er nun seine Gemeinde zu privaten Gottesdiensten an und Marty sah sich vor leeren Bänken predigen, bis endlich Papst Benedikt den Heiligen Stuhl bestieg und die Linie seines Vorvorgängers fortführte (RITTER, 57).
Die Beschwerde Saunières beim Heiligen Stuhl hatte Erfolg und er wurde wieder in sein Amt eingesetzt (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 27), und nachdem er zur Buße eine Wallfahrt nach Lourdes absolviert hatte, ging es wie gewohnt weiter, erneut strömten ihm Gelder aus vatikanischer und habsburgischer Quelle zu (RITTER, 57, 59). Er wollte sogar noch kühnere Bauprojekte verwirklichen: einen drei Meter hohen Wall wollte der Pfarrer um sein Dorf ziehen, was dem Dorf den Eindruck eines mittelalterlichen Wehrdorfes gegeben hätte und er plante einen das Dorf überdachende, mehr als fünfzig Meter hohen Tempel, dessen Dach auf neun Säulen ruhen sollte. Auch bestellte sich Saunière einen Wagen, was seinerzeit etwas Besonderes war. (RITTER, 59)

Aber die Geschehnisse und Zeitläufte hatten wohl der Gesundheit des Pfarrers zugesetzt und am 17. Januar 1917 erlitt Bérenger Saunière, damals siebenundfünfzig, einen Herzinfarkt. Am 22. Januar ist er gestorben. An sein Sterbelager trat der Priester eines Nachbardorfes. Es heißt, er habe das Krankenzimmer erschüttert verlassen und sein Lebtag nimmer gelächelt. Als gesichert gilt, daß Saunière das Sakrament der Letzten Ölung verweigert wurde. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 27)

Geradezu grotesk muten die Vorgänge am Tag nach Saunières Tod an. Man hüllte seine Leiche in eine mit scharlachroten Troddeln besetzte Robe und bahrte sie in einem Lehnstuhl sitzend auf der Terasse der Tour Magdala auf. Daran vorbei prozessierten die Trauergäste. Unter ihnen befanden sich auch mehrere Fremde, von denen einige Troddeln von der Robe rupften und mitnahmen. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 27f.)

In seinem Testament gab Saunière an, völlig mittellos zu sein. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 28) Sämtliche Liegenschaften und Vermögenssachen liefen auf dem Namen seiner Haushälterin Marie Denarnaud.

Marie Denarnaud lebte noch bis 1946 unbehelligt in der Villa Bethania. Dann verfügte die Nachkriegsrtegierung unter Charles de Gaulle eine Währungsreform. Jeder Franzose hatte nun die Herkunft seines Vermögens nachzuweisen. Marie Denarnaud lehnte diesen Nachweis ab und lebte lieber in Armut, als ihr Geheimnis zu offenbaren. Es heißt, man habe sie dabei gesehen, wie sie bündelweise alte Francs-Noten verbrannt habe. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 28) Die Villa Bethania erwarb ein Noël Corbu. Dem soll Marie Denarnaud versprochen haben, ihm ihr Geheimnis anzuvertrauen, doch nach einem Schlaganfall, der sie am 29. Januar 1953 ereilte, war sie ihrer Sprache verlustig geworden und nahm ihr Geheimnis mit ins Grab. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 28)

Über die rätselhaften Vorgänge rund um Bérenger Saunière und Rennes-le-Château wurden in Frankreich seit 1956 etliche Veröffentlichungen getätigt, was angesichts der Umstände nicht weiter verwunderlich ist. Erstaunlich sei hingegen, daß das Originalmaterial aus einer einzigen Quelle zu stammen scheine, welche offenkundig Interesse an dieser Publikation habe und hinter welcher eine geheime Gesellschaft namens Pieuré de Sion stecke. Gewährsmann für Gérard de Sède, der eine Reihe von Büchern zu dem Themenkreis schrieb, sei Pierre Plantard gewesen, der selbst Großmeister der Pieuré de Sion sei. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 86, 88, 202)

 

Nach mancher Darstellung fand Saunière die Pergamente keineswegs zufällig, sondern er soll von Beauftragten der Prieurè de Sion in Rennes-le-Château aufgesucht und auf das Gteheimnis hingewiesen worden sein. Ende 1916 habe man miteinander Streit bekommen, was ein besonders Licht auf den Tod des Pfarrers im Jahr darauf würfe, nach Anderen war Saunière nur ein ausführender Helfer seines Amtskollegen Henri Boudet, dessen Agentin Marie Denarnaud gewesen sei. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 183)

Zum plötzlichen Reichtum Saunières heißt es, ein Teil davon sei durch eine Transaktion beschafft worden, welche Erzherzog Johann Salvator von Habsburg veranlaßt hatte. Beträchtliche Summen sollen auch über Henri Boudet geflossen sein, dem Amtskollegen Saunières in Rennes-les-Bains, und zwar an den Bischof von Carcassonne. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 388)

Als eine kaum verhüllte Allegorie Bérenger Saunières und seiner Entdeckungen sahen manche Kommentatoren den Roman La colline inspirée („Der erleuchtete Berg”) des Maurice Barrès (1913). Bei diesem erleuchteten Berg handelt es sich jedoch um einen Berg in Lothringen auf dessen Rücken allerdings ein Dorf liegt, das altes Wallfahrtszentrum Zions ist. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 146)

=================
1
Nicolas Poussin (15. Juni 1593 in der Normandie, gest. 19. November in Rom) war „Begründer der heroischen Landschaftsmalerei. Umfassendes Studium der Antike und Raffaels führten ihn zu einer auf Klarheit und Strenge des Bildaufbaus gegründeten, Idealformen anstrebenden Malweise mit stark klassizistischer Prägung.”

David Teniers d. Ä. (1582 bis 1649, Antwerpen) malte hauptsächlich religiöse Bilder in romanistischen Stil, sein Sohn David Teniers d. J. (getauft 15. 12. 1610 in Antwerpen, gest. 25, 4. 1690 in Brüssel) war in Brüssel seit 1651 Hofmaler und gründete 1665 in Antwerpen eine Akademie. Er gilt als Hauptmeister der niederländischen Genremalerei; seine Themen waren Bauernfeste, Wachstubenszenen, Alchemistenküchen.
Saunière soll das Gemälde „Der heilige Antonius und der heilige Hieronymus in der Wüste” erstanden haben (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 436).