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Edward Bulwer-Lytton

(Edward George Earl Bulwer-Lytton) Ein englischer Schriftsteller und Politiker, der am 25. März 1825 in London geboren wurde und am 18. Januar in Torquay starb. Im 19. Jahrhundert war Bulwer-Lytton ein vielgelesener Autor von Gesellschafts- und Kriminalromanen.
Sein Deutschland bekanntestes Werk ist The Last Days of Pompeii, das 1834 in England erschien und noch im gleichen Jahr als „Die letzten Tage von Pompeji” in deutscher Fassung herausgegeben wurde.
Nach Studium in Cambridge und Bonn schlug Bulwer-Lytton eine diplomatische Laufbahn ein und saß erst für die Liberalen (1831 bis 1841), später für die Konservativen (1852 bis 18 66) im Unterhaus. Ab 1852 war er für einige Zeit britischer Kolonialminister. Seit 1866 durfte er sich Earl Lytton of Knebworth nennen.

Bulwer-Lytton soll Freimaurer gewesen sein. (BAIGENT u. LEIGH, 431) Er verkehrte auch mit illustren Okkultisten wie Eliphas Levi (PICKERING, 198), der bei ihm anläßlich eines Besuchs Einblick in ein Dokument enthalten habe, welches über die richtige Zuordnung der Trümpfe des Tarot zu den hebräischen Buchstaben Aufschluß gegeben hätte (CROWLEY, 19).

Die „Die entschleierte Isis” (1877) der Theosophin Helena Petrowna Blavatsky soll in weiten Teilen auf den Werken des Edward Bulwer-Lytton beruhen, insbesondere auf The Last Days of Pompeii, welches den Einfluß des aus Ägypten stammenden Kult der Isis auf die Römer behandelte, zudem auf Zanoni (1842), A Strange Story (1862) und The Coming Race (1871, dt. „Das Geschlecht der Zukunft”), welche von esoterischen Einweihungen und geheimen Bruderschaften handeln. (GOODRICK-CLARKE, 24)

Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts begeisterten sich eine Reihe okkultistisch und/oder theosophisch interessierter Leute für das Werk Bulwer-Lyttons, z. B. Karl Rohm oder Friedrich Schwickert. (GOODRICK-CLARKE, 31, 53)

Ein Eigenleben gewann die Darstellung der Vril-Kraft in Bulwer-Lyttons The Coming Race. Darin führt er aus, daß diese Energie von einer unterirdischen Menschenrasse beherrscht würde, welche Vril-ya heiße und die der oberirdischen Menschheit weit überlegen sei und die mit Hilfe der Vril-Kraft Telepathie und Telekinese beherrschten. Der Raketeningeneur Willy Ley, der 1935 nach Amerika ausgewandert war erzählte, ihm sei in Berlin eine Sekte begegnet, welche mit Hilfe meditativer Praktiken in das Geheimnis von Vril einzudringen trachteten. (GOODRICK-CLARKE, 188f.)

 

„,Ein handschriftlicher Bericht von dem Ursprung und den Eigenschaften der echten Rosenkreuzer’ von J. von D., welchen Edward Lord Lytton Bulwer (1803—1873) in ,Zanoni’ (Buch III, Kap.1) nach seinen eigenen Worten: ,dem vielgeliebten Werk seines reifen Mannesalters’ anführt, bestätigt: ,Was aber die Brüderschaft ganz besonders auszeichnet, ist ihre wunderbare Kenntnis aller Mittel und Quellen der Heilkunst. Sie wirken nicht durch Zauberkräfte, sondern durch einfache Naturmittel.’” (SCHRÖDTER, 195)

 

Werk

Ismael (1820)

O'Neill or The rebel (1827)

Falkland (1827)

Pelham; or, The adventures of a gentleman (1828)

Devereux (1829)

The Disowned (1829)

Paul Clifford (1830)

Eugene Aram (1832)

Godolphin (Bentley, 1833)

England and the English (1833)

The Pilgrims of the Rhine (Saunders, 1834)

The Last Days of Pompeii (Bentley, 1834, dt. Die letzten Tage von Pompeji)

Money (1840)

Zanoni (1842; dt. Zanoni)

My Novel (1853; dt. Dein Roman (1973), Übers. Arno Schmidt)

What will he do with it? (dt. Was wird er damit machen?, Übers. Arno Schmidt (1971)

A Strange Story (1862; dt. Eine seltsame Geschichte oder Das Lebenselixier)

The Coming Race (1871; dt. Das Geschlecht der Zukunft oder Vril oder Eine Menschheit der Zukunft)

Außerdem Rienzi: The Last of the Roman Tribunes, The Disowned, Athens: It's Rise And Fall, Kenelm Chillingly, Ernest Maltravers u. a.

Sämtliche Werke Bulwer-Lyttons erschienen im Original in London, bis 1832 beim Verleger Colburn, danach wie angegeben. Die Links verweisen auf den Internethändler Amazon, wo es ggf. weitere Hinweise zu den Büchern gibt.