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| Deutsche Volksmärchen | |
Das Märchen Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich leitetet als Nr. 1 die grimmsche Sammlung deutscher Märchen ein. Es erzählt von der jüngsten Tochter eines Königs, die, in den alten Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat, an einem Brunnen unter einer alten Linde mit ihrem goldenen Ball spielte, dort aber dieses ihr liebstes Spielzug verlor, indem dieses in besagten Brunnen fiel. Die Königstochter weinte wegen des Verlustes, doch tauchte aus dem Brunnen ein Frosch auf, welcher ihr die Wiedererlangung des goldenen Balls versprach, wenn sie ihn im Gegenzug als ihren Gesellen und Spielkameraden annehmen werde, welcher ihren Tisch ebenso teilen solle, wie ihr Bett.
Die Königstochter ging auf den Vorschlag des Frosches ein und erhielt durch ihn auch ihren Ball wieder, aber sie dachte nicht daran, dem Frosch das gegebene Versprechen zu halten und entschwand in das Schloß ihres Vaters. Als die königliche Familie aber beim Mahle beisammen saß, machte sich der Frosch vor dessen Tor vernehmlich und die Königstochter mußte ihrem Vater berichten, weshalb dort ein Frosch Einlaß begehre. Der König war ein gerechter Mann und er befahl seiner Tochter, ihr gegebenes Versprechen zu halten. Also mußte diese den Frosch erst von ihrem goldenen Teller speisen und dann sogar in ihrem Gelaß nächtigen lassen.
Als der Frosch aber begehrte, wie versprochen auch in ihrem Bett schlafen zu dürfen, packte die Königstochter das Tier und schleuderte es gegen die Wand. Nun stellte sich heraus, daß es sich bei dem Frosch um einen verhexten Königssohn handelte, denn er verwandelte sich in einen schmucken Prinzen, welcher der Königstochter von seiner Verwandlung berichtete und sie am kommenden Tage heiraten und in sein Reich heimführen wolle.
Am nächsten Morgen holte sie ein mit acht weißen Pferden bespannter Wagen ab, dessen Kutscher der getreue Heinrich war. Als das junge Paar nun dahinfuhr, krachte es dreimal — das war aber nicht der Wagen, sondern es waren die eisernen Bande, welche Heinrich sich um sein ob des Verlustes seines Herrn betrübtes Herz hatte legen lassen, damit dieses nicht vor Kummer zerspringe, und die nun zersprangen. (KHM, Nr. 1)
Dieses Märchen ist sicherlich eines der berühmtesten der grimmschen Sammlung. Seit der Erstauflage der Märchensammlung der Brüder Grimm von 1812 ist es stets als erstes dieser Sammlung geführt. In der Urfassung der Grimmschen Märchen von 1810 war es noch die Nr. 25; Wilhelm Grimm soll es nach der mündlichen Überlieferung der Familie Wild in Kassel notiert haben. (KHM, III., 442)