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 Deutsche Sagen
 
 

Riese Haym

Im Inntal lebte der Sage nach einst ein Riese, welcher Haym oder Haymon genannt wurde. Als einmal ein giftiger Drache die Umgegend verwüstete, ging Haymon gegen das Ungeheuer vor und erlegte es, wofür ihn die menschlichen Bewohner des Inntals als ihren Herrscher anerkannten. Dann erwarb der Riese sich weiteren Ruhm, indem er die Brücke über den Inn zu Innabruck verstärkte. Haymon wurde auch Christ, ließ sich vom Bischof von Chur taufen und stiftete das Kloster Wilten, in dem er auch begraben liegt. Dieses Grab, vierzehn Schuh und drei Zwergfinger lang, zeigt den Riesen in seiner Rüstung. In der Sakristei wurde auch die Drachenzunge aufbewahrt, dazu ein Kelch, welchen man beim Ausgraben des Klosterfundaments in der Erde gefunden haben will und auf dem die Passion Christi abgebildet ist. Dieses Gefäß soll bald nach Christi Himmelfahrt angefertigt worden sein. (n. GRIMM, Nr. 139)