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 Germanen / Deutsche - Heldensage
 
 

Hildgund

(ahd. hild, Kampf u. gund, „Kampf”) Im Waltherlied ist Hildgund die Tochter des Burgunderkönigs Heirich.

Um einen Angriff des Hunnenkönigs Etzel zu vermeiden, überstellte Heirich seine Tochter dem Gegner. An den Hof Etzels gelangten neben ihrer noch Hagen und Walther, jener als Pfand des Königs der Franken, dieser gestellt vom König Aquitaniens. Als erster der drei mittlerweile herangewachsenen Kinder entfloh Hagen den Hunnen. Solchen Plan verfolgten auch Hildgund und Walther, welche überdies schon von ihren Vätern einander zur Ehe versprochen waren.

Also veranstaltete Walther, der unterdessen zum Heerführer Etzels aufgestiegen war, ein Festgelage, bei dem die Hunnen sämtlich betrunken wurden. Hildgund, die als Kämmerin der Hunnenkönigin Ospirin deren Vertrauen und Zugriff auf den königlichen Hort hatte („Schließlich hatte sie sorglich den ganzen Hort zu hüten, es fehlte nicht viel, daß sie selber auch mit in der Herrschaft war”, v. 113f.), nahm heimlich Schätze und Waffen fort und beiden Geiseln gelang die Flucht.

Als sie sich Worms näherten, trachtete der dortige König Gunther nach den Reichtümern der beiden, von denen er durch seinen Vasallen Hagen erfahren hatte. Walther, der sich mit Hildgund zwischen Felsen verschanzt hatte, gelang es jedoch, alle zwölf Mannen Gunthers zu erschlagen. Endlich mußte er sich Hagen und Gunther stellen. Der Kampf brachte allen dreien schwere Verwundungen ein (Gunther verliert ein halbes Bein, Hagen ein Auge, Zähne und trägt ein zerschnittenes Gesicht davon, Walther büßt seine rechte Hand ein), so daß man sich versöhnte und Hildgund die Wunden der Recken versorgen konnte und ihnen Wein zur Stärkung einschenkte.

Schließlich zogen Walther und Hildgund nach Aquitanien und hielten Hochzeit.

Nach: Eckehart I. von St. Gallen, Waltharius, um 920