| Fränkische Könige - Merowinger | ||
(ahdt. von brunja, Brünne, Panzer und hilt(j)a, Kampf; auch Brunhilde, Brunichilde; geb. um 543, gest. 613) Eine fränkische Königin westgotischer Abkunft, Tochter des Westgotenkönigs Athanagild (gest. 567), Gemahlin des austrasischen Frankenkönigs Sigiberts I. und Mutter Childeberts II.
Brunhild, die als ebenso schöne wie tatkräftige Frau geschildert wird, wurde Gattin des Sigibert von Metz (Sigibert I.), dem Bruder des fränkischen Königs Chilperich.
Als Chilperich, der König von Neustrien, Brunhilds Schwester Galswintha erdrosseln lassen hatte, bedrängte sie ihren Gatten Sigibert, dafür Blutrache zu üben. Sigibert erklärte Chilperich den Krieg und gewann auch den Feldzug, wurde aber kurz vor seiner Krönung in der Krönungskapelle von Vitry von Mördern umgebracht, welche Fredegundis, eine andere Gattin des Chilperich, gedungen hatte, getötet.
Wenig später kam auch Chilperich durch Mord um, und so standen sich nun zwei Königinnen über, Fredegundis im neustrischen und Brunhild im austrischen Teil des merowingischen Frankenreichs, wo sie als Regentin die Regierungsgeschäfte für ihren seinerzeit erst fünfjährigen Sohn Childeberts II. übernahm.
In Folge der andauernden Kämpfe kamen die Söhne Brunhilds allesamt um und Brunhild wurde 595 Regentin für ihre noch unmündigen Enkel.
Diese soll sie, so überliefert der Chronist Fredegar, dadurch beherrscht haben, daß sie diese an Ausschweifungen teilnehmen ließ und so ihren Willen brach (SCHREIBER, 203).
Als 610 Brunhilds Enkel Thierry seinen Bruder Theodebert getötet hatte, suchte Brunhild ihren Einfluß auch auf ihre Urenkel auszudehnen. Dieses mißviel dem fränkischen Adel ihres Reichsteils und in Folge einer Revolte 613 spielte man Brunhild dem austrischen König Chlothar II. in die Hände, einem Sohn der Fredegundis.
Der nahm an Brunhild grausame Rache. Chlothar II. ließ sie nämlich drei Tage lang martern und am vierten Tag von Pferden zerreißen. Dieses schreckliche Ende ist der einzige historisch verbürgte Fall, in dem eine Hinrichtung dieser Art an einer Frau vollzogen wurde. (SCHREIBER, 203)
Brunhild wird manchmal als historisches Vorbild der Brunhilde des Nibelungenlieds gesehen.