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   Fränkische Könige - Merowinger
 

Chlothar II.

(auch Chlotar II.) Dieser Sohn Chilperichs I. und der Fredegune war erst König von Neustrien, ab 613 nach seinem Sieg über die austrasische Königin Brunhilde des gesamten Frankenreichs.

Sein Vater Chilperich war 584 ermordet worden und der für die Regierung noch zu junge Chlothar bestieg unter der Vormundschaft seiner Mutter den Thron Neustriens. Den versuchte ihm Brunhilde streitig zu machen, welche erst ihren Gatten Sigibert I., nach dessen Ermordung ihre Söhne gegen Chlothar mobilisierte. Als aber im Jahre 613 Chlothar als einziger Merowingerherrscher übrig geblieben und damit getreu dynastischer Erbregel König des Gesamtreiches geworden war, ließ er Brunhilde festsetzen und unter dem Vorwurf des zehnfachen Königsmordes hinrichten — ungeachtet des Umstandes, daß Chlothar selbst für einige dieser Morde verantwortlich war.

Danach war der Weg frei für produktiveres Regierungshandeln und Chlothar machte sich um die Gesetzgebung des Frankenreiches verdient, wenngleich es nicht ohne Druck des Adels und der Bischöfe geschah, daß Chlothar diesen auf dem Konzil von Paris im Oktober 614 weitgehende Zugeständnisse machte. Chlothar förderte die Kirche, indem er Klerikern Immunität an Leib und Habe sicherte, die Mission der irischen Mönche unterstützte und ihnen weite Ländereien verlieh. Das Bischofsamt stärkte er, indem es einfachen Geistlichen verboten wurde, sich unter Umgehung ihres Bischofs direkt an den König oder andere Mächtige zu wenden. Chlothar anerkannte die Vorrechte des Adels, und legte so den Grund für das später entstehende Lehnswesen. Er regelte das Amt des Hausmeiers für die vier Teilreiche Neustrien, Austrien, Burgund und Orléans und machte seinen Vertrauten Pippin von Landen zu seinem eigenen Hausmeier, womit er dem Aufstieg der Karolinger einerseits, dem Ende der Merowinger andererseits Bahn brach.

Unterm Strich genoß Chlothar II. das Wohlwollen der Kirche, auf der Synode von Clichy 626/27 verglich man ihn als ersten Frankenkönig mit dem Priesterkönig David und dessen Gottesdienst.

 

Quelle: soweit nicht besonders vermerkt wurde der Text nach BORST, S. 79 u. GRABOIS, bes. S. 136 zusammengestellt.