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   Deutschland - Adel
 

Heinrich II.

(König 1002 bis 1024, Kaiser 1014 bis 1024, Sachse, Hl.) Der am 6. Mai 973 in Hildesheim geborene Heinrich II. war Mitglied des sächsischen Königshauses und Sohn Herzog Heinrichs von Bayern. Heinrich war letzter männlicher Nachkomme des Herrscherhauses der Ottonen.

Eigentlich hatte Heinrich von Bayern („der Zänker”) seinem Sohn eine geistliche Laufbahn zugedacht (Zeitweilig war Wolfgang von Regensburg (Hl.; um 925 bis 994) Lehrer des späteren Kaisers.), aber nach dem Tod seines Vaters trat Heinrich 995 dessen Nachfolge als Herzog von Bayern an. 1002 wurde er zum deutschen König gekrönt.

Anders als sein Vater, der mit dem Kaiser im Streit gelegen hatte, pflegte Heinrich vertrauten Umgang mit dem Thron des Heiligen Römischen Reiches und war dem Kaiser Otto III., dessen Onkel er war, freundschaftlich verbunden. In seiner Gattin Kunigunde, geheiratet war 999 geworden, hatte er eine tatkräftige Stütze zur Seite. Es soll sich bei dieser Ehe um eine „Josephsehe” gehandelt haben, das Paar habe in Keuschheit gelebt und sei daher kinderlos geblieben.

1014 wurde Heinrich als Heinrich II. selbst Kaiser (Krönung des Kaiserpaars in Rom). Schwerpunkt seiner Politik wurde die Befestigung und Befriedung des Reiches, wobei sich Heinrich auch der Hilfe der Kirche versicherte. Dazu ernannte Heinrich II. zahlreiche Bischöfe und Äbte, wobei er durch Auswahl ihm zugeneigter und würdiger Personen das Niveau der Amtsführung und die Loyalität zum Kaiser zu heben und zu sichern trachtete. Dieser Ausbau des von seinen Vorgängern begründeten ottonischen Reichskirchensystems wurde zur wichtigsten politischen Stütze des Kaisers.

1005 schloß Heinrich II. mit dem von ihm erfolgreich bekriegten Boleslaw I. Chrobry von Polen einen Vertrag ab, der die Ostgrenze seines Reiches sichern sollte. Im Westen sicherte er seine Stellung, indem er die Anwartschaft auf die Krone Burgunds erlangen konnte.
1007 gründete er das Bistum Bamberg, das als Missionsbistum zur Christianisierung der Slawen gedacht war.

1004, 1014 und von 1021 bis 1022 besuchte Heinrich II. Italien. Auch hier bemühte er sich um eine Stabilisierung der Verhältnisse und suchte das Papsttum zu reformieren. Während seiner Abwesenheit von Deutschland übernahm Kaiserin Kunigunde für ihren Gatten die Regentschaft.

Am 13. Juli 1024 verstarb Kaiser Heinrich II. in Grona bei Göttingen, im Dom zu Bamberg liegt er begraben. Neben ihm fand 1201 seine Gattin Kunigunde (gest. 1033 oder 1039) ihre Ruhestätte.

Heinrich II. wurde 1146 heiliggesprochen (unter Papst Eugen III.), sein Tag ist der 13. Juli. Auch Heinrichs Gattin Kunigunde wird an diesem Tag gedacht.

Heinrich II. ist Schutzpatron des Erzbistums und der Stadt Bamberg, zudem zweiter Patron des Bistums und der Stadt Basel.

 

„Auf einer Pilgerfahrt nach dem Berge Gargano in die Höhle des Erzengels Michael berührte ein Engel die Hüfte Kaiser Heinrichs II. ,also daß er von jener Stunde an hinkend ward, um seiner Keuschheit willen, weil Gott jene züchtigt, die er lieb hat’.” (BÄCHTOLD-STÄUBLI i. Handwörterbuch, IV 59)

 

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