| Deutschland - Adel | ||
Eine Reihe Sagen erzählen vom Markgrafen Hans, der seinerzeit in Schwedt gelebt haben und der mit dem Teufel im Bunde gewesen sein soll, von dem er die Zauberkunst erlernt habe. Oder er soll seine Zauberkunst von einem Mann namens Schulze erlernt haben. Als Hans alles von dem gelernt zu haben vermeinte, wolllte er seinen Lehrer loswerden und sann auf Grund für Hader. Endlich ergab sich die Gelegenheit und er schoß seine mit goldenen Kugeln geladene Flinte auf Schulze ab. Der blieb jedoch ruhig stehen und zeigte dem Markgrafen mit den Worten: dat stück hebb’ ick för mî behollen die Kugeln, die er mit der Hand aufgefangen hatte. Da sah der Markgraf ein, daß er Schulze noch nicht gewachsen war und vertrug sich wieder mit ihm.
Einmal probte der Markgraf seine Kräfte mit einem ebenfalls in der Kunst bewanderten Besucher. Er ließ sich Fische zur Speise bringen, aß einige davon, ohne ihr Gerippe zu beschädigen, warf diese Gräten in ein bereitgestelltes Becken mit Wasser und die Fische waren im Augenblick wieder lebendig geworden. Sein Besucher sah das wenig beeindruckt an, aß selbst einige Fische, wobei er die Geräten jedoch allesamt zerkaute. Auch diese Reste wurden wieder zu lebendigen Fischen.
Markgraf Hans soll auch durch die Luft und quer über das Wasser gefahren sein. Bei solcher Gelegenheit soll einmal auf einer nächtlichen Luftreise nach Freienwalde seine Peitsche an einer Kirchturmspitze hängengeblieben sein, ein anderes mal büßte erauf diese Weise seine Schmeerbutte (?) ein.
Des Markengrafen Fahrt über das Wasser schloß sich ein Bauer bei Prenzlau an, der den Markgrafen quer über den Ukersee fahren sah. Er kam dem folgend auch glücklich über den See, beim Erreichen des Ufers sah er sich allerdings um und die Hinterachse seines Leiterwagens, der erst halb das Land erreicht hatte, sackte in das Wasser. Diesmal habe ich dich mit herübergenommen, sagte sich zu ihm umdrehend Markgtraf Karl, aber probier’s nicht wieder, sonst möcht’ es so gut nicht ablaufen.
Der Fluß Röhricke soll auf den Markgrafen zurückzuführen sein. Den ärgerte eine abflußlose Quelle auf einem seiner Äcker in der Neumark, durch die alles versumpfte. Als spannte er zwei schwarze Stiere vor seinen Pflug und zog eine Rinne bis in die Gegend von Niederkränig und Nipperwiese, wo er über den dortigen Elsbursch fortfuhr und verschwand. Weil seine Stiere auf der Suche nach trockenem Boden ständig im Zickzack liefen, verlief später auch die Röhricke so.
Markgraf Hans ist auch Erbauer der Festung Küstrin in der Neumark. Vor dem Tore sitzend saß er Morgens dort und sann über einen Namen für die Gründung nach, da beschloß er, nach dem ersten, was geschehe, solle sie genannt werden. Da sah er einen jungen Burschen seine Liebste küssen. Er fragte nach dem Namen des Mädchens und da dieser Trine lautete, hieß er den Ort Küstrin (Küßt Trine)
Das Bett des Markgrafen soll noch heute in den Kasematten stehen, wie er es vor seinem Tode bestimmt hatte. Jeden Morgen kommt eine Magd dorthin, um das Bett zu machen, und jedesmal findet sie dort drin eine kleine Kuhle, als habe dort eine Katze gelegen.
Nach: KUHN u. SCHWARTZ, S. 38,1-7
Ganz ähnliche Sagen wie vom Markgrafen Hans werden auch vom Kammerherrn zu Suckow (KUHN u. SCHWARTZ, S. 66) oder vom General Sparr aus Prenden erzählt (ebd., S. 76). Es heißt auch, der Markgraf habe nicht Hans geheißen, sondern Karl.