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   Fränkische Hausmeier
 

Pippin der Jüngere

(auch Pippin III., Pippin der Kleine, Pippin der Kurze; König der Franken 751 bis 768) Mit diesem Sohn des fränkischen Hausmeiers* Karl Martell fand der Übergang des fränkischen Königtums von den Merowingern auf die Karolinger seinen Abschluß.

Pippin, geboren um 715, wurde 741 als Erbe seines Vaters Hausmeier in Neustrien, Burgund und der Provence, die anderen Gebiete verwaltete sein Bruder Karlmann. Der zog aber schon bald mönchisches Leben vor und ging ins Kloster nach Monte Cassino und seit 747 führte Pippin das Amt des Hausmeiers im fränkischen Gesamtreich und überflügelte an Tatkraft und Ansehehen schon bald seinen König, den Merowinger Childerich III.

Die Kirche förderte Pippin nach Kräften, indem er die Bistumsgründungen des Missionars Bonifatius unterstützte. Das brachte ihm im Gegenzug das Wohlwollen des Klerus ein und mit dessen Rückhalt und dem seiner Lehnsleute konnte der Hausmeier den entscheidenden Schlag wagen. 751 setzte Childerich III. ab und sandte ihn in ein Kloster, wozu er das Einverständnis des Papstes Zacharias hatte, und ließ sich selbst zum König erheben und salben, Bonifatius übernahm die Weihe des neuen Königs.

*Hausmeier waren die Verwaltungsleiter der Könige, welche die praktischen Regierungsgeschäfte und Feldzüge leiteten.

Als Herrscher und Militärführer wirkte Pippin sehr tatkräftig. Er beseitigte das Herzogtum der Alemannen, machte die Bayern zu seinen Vasallen, siegte über die Sachsen. Er vertrieb die Araber aus Septimanien und besiegte die Herzöge von Aquitanien, so daß ganz Gallien unter seiner Herrschaft stand.

Als die Langobarden in den Jahren 753/754 die Macht des Papstes in Rom bedrängten und zudem Byzanz keinen Schutz mehr gewährte, wandte Papst Stephan II. (752 bis 757) sich an die Franken. Die gewährten ihm Schutz, besiegten in zwei Kriegen die Langobarden und im Gegenzug krönte Stephan Pippin zum König. Damit war es der Kirche gelungen, sich einerseits der Langobarden zu erwehren, andererseits Einfluß auf das fränkische Königtum zu gewinnen.
Überdies hatte Stephan dem Franken zu Ostern 754 in Querzy (eine Pfalz bei Laon) ein Dokument vorgelegt, demnach dem heiligen Petrus, in dessen Nachfolge also dem Papst, die den Langobarden zu entreißenden byzantinischen Gebiete Italiens gehörten. Pippin siegte über den Langobarden Aistulf und so erhielt der Papst als Ergebnis dieser „Pippinischen Schenkung” den Exarchat von Ravenna, der in der Folge nebst dem Dukat von Rom und anderen Gebieten den Kirchenstaat bildete.

Seinem Sohn Karl vererbte Pippin der Jüngere mit dem Frankenreich den seinerzeit machtvollsten Staat Europas. Karl erwies sich dieses Erbes würdig und wurde schon bald „der Große” genannt.