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| Deutsche Sagen | |
Der Pumpfuß soll ein zauberkundiger Müller gewesen sein, der seinerzeit in der Gegend von Gramzow wohnte.
Gern kehrte er bei seinen Zunftgenossen ein und wer ihm nicht reichlich bewirtete, den spielte er einen derben Streich, beispielsweise setzte er den Mühlstein aufs Dach und der Müller konnte mit seinen Gesellen sehen, wie er ihn dort herunter bekam. Aber keiner konnte wissen, daß sein Gast der Pumpfuß war, den dieser erschien stets in Maske und gab sich erst beim Gehen zu erkennen. (KUHN u. SCHWARTZ, S. 65)
Einmal kam er zu einem Wassermüller, der gerade mit der Einrichtung einer Welle beschäftigt war. Pumpfuß erheischte Bewirtung, wurde aber abgewiesen. Da stellten sie fest, daß die Welle nicht mehr paßte — das mußte der Pumpfuß gewesen sein! Rasch holte ihn einer ein und zurück und gegen gute Bewirtung paßte auch die Welle. (KUHN u. SCHWARTZ, S. 65)
Einen anderen Streich spielte Pumpfuß dem Suckower Kammerherrn, indem er sich dessen Kutsche des nachts mitten in den Weg legte. Der Kutsche dachte, da läge einer trunken, vermochte den Pumpfuß aber nicht fortzubewegen. Unwirsch befahl der Kammerherr, man solle einfach über den Kerl herüberfahren. Aber nun war es der Wagen, der an seiner Stelle fest war. Der Kammerherr ließ nun fragen, wer der Geheimnisvolle sei und als er erfuhr, daß es der Pumpfuß sei, nahm er ihn mit aufs Schloß nach Suckow. Dort lehrte nun Pumpfuß den Kammerherrn seine Kunststücke, doch der wollte es ihm schlecht vergelten und überantwortete ihn, als er alle Kunststücke gelernt zu haben meinte, dem Scharfrichter. Als der Scharfrichter gerade das Beil niedersausen lassen wollte, blieb ihm plötzlich der Arm in der Luft stehen. Dieses Stück habe er für sich behalten, sagte er dem erstaunten Kammerherrn, der Pumpfuß nun ziehen ließ und dabei froh war, daß er ihn wieder los war. (KUHN u. SCHWARTZ, S. 65)