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 Deutsche Sage
 
 

Tut-Osel

Die Tut-Osel ist der Sage nach eine in ene Eule verwandelte Nonne namens Ursula, welche in ihrem Kloster in Thüringen zu Lebzeiten die anderen Nonnen mit ihrem heulenden Gesang störte, weshalb man sie die Tut-Ursel nannte. Nachdem sie gestorben war, erklang ihr Geheul nachts um elf im Turm und morgens um vier beim gemeinsamen Gesang. Eine der Nonnen sagt: Das ist gewiß die Ursal, woraufhin die anderen verängstigt und Tut-Ursel, Tut-Ursel schreiend aus der Kirche rannten. Erst die Wirkung eines Teufelsbanners aus einem Kapuzinerkloster an der Donau, der Tut-Ursel in Gestalt einer Eule in den Dummberg im Harz bannte, vermochte ihre Angst zu überwinden. Die Tut-Ursel soll im Harz den Hackelnberg getroffen haben, beide fanden am Geheul des anderen Gefallen und so ziehen beide nun zusammen durch die Luft. Vom Hackelnberg wird sonst erzählt, er ziehe bei Sturm und Regen zu Mitternacht als wilder Jäger mit Wagen, Pferden und Hunden durch den Thüringer Wald, den Harz und am liebsten durch den Hackel, wobei ihm eine Nachteule voranfliegt und Wanderer, welche ihm begegnen, sich sicherheitshalber still auf den Bauch legen, wenn der wilde Jäger an ihnen vorüberzieht. (n. GRIMM, Nr. 311)

Siehe auch Ursel.