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 Germanische Mythologie
 
 

Asen

(nord. Æsir, v. ass „Pfahl, Balken”): In den Liedern der nordischen Edda sind die Asen das bestimmende Göttergeschlecht.

Gebräuchliche Bezeichnungen für die Asen sind Rater (Völuspá, 9 u. ö.), Schlachtgötter (sigtíva, Völ., 41) oder Walgötter (Hymiskvida, 1 u. ö.).

Bei SNORRI werden die Asen ausführlich beschrieben. Er nennt Odin als ältesten und vornehmsten der Asen, Thor, Baldur, Niördr, dessen Sohn Freyr, Tyr, Bragi, Heimdall, Hoedur, Widar, Wali, Uller, Forseti und Loki (Gylfaginning, 20-33).
Asinnen sind Frigg, Saga, Eir, Gefion, Fulla, Freyja, Siöfn, Lofn, Wara, Syn, Hlin, Snotra und Gna, außerdem Sol und Bil (ebd., 35).

Die Asen sind, wie die Menschen, der Zeit unterworfen. Sie altern und müssen daher von den Äpfeln der Idun essen, um ihre Jugend zu erhalten. Ihr Wohnsitz ist die Himmelsburg Asgard.

Ihre Herrschaft über die Welt errangen die Asen im ersten Krieg, dem Götterkampf zwischen Asen und Vanen. Nach dem Friedensschluß übergeben sie denen als Geiseln Hoenir und Mimir, umgekehrt gelangen der Meergott Njörd und seine Kinder Freyr und Freya zu ihnen nach Asgard.

zurück Stammbaum der Asen

In der Edda wird berichtet, wie Odin und seine Brüder Hönir und Lodur die ersten Menschen Ask und Embla erschufen (Völuspá, 11f.).

Als älteste Darstellung der Asen gelten geschnitzte Pfähle.

Ursprünglich wurden die Asen als Luftgeister verehrt, die Seelen Verstorbener waren. Erst mit der zunehmenden Verehrung Odins als Anführer des Totenheeres wurden die Asen ein Göttergeschlecht neben den Vanen. Die hohe Bewertung der Asen ist demnach die jüngste mythologische Schicht.

Der Name „Asen” rührt nach mancher Auffassung von „Asien” her. Demnach hätten die aus Asien eindringenden indogermanischen Stämme die eingesessenen Völker Europas besiegt, der Vanenglaube der Unterlegenen verschmolz daraufhin mit dem Asenglauben der Sieger zur germanischen Religion. Als Beleg für ein solches Geschehen wird der in der Edda geschilderte Asen-Vanen-Krieg angegeben (Edda, Völuspá, 14f.).

 

Asen ist auch der Name der bulgarischen Herrscherdynastie, welche nach Abschüttelung der byzantinischen Herrschaft 1186 das zweite Bulgarenreich begründete. (BORST, 207f.)