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| Germanische Mythologie, Deutsche Sage | |
Die Sage vom Bärenhäuter berichtet von einem Mann, dem der Teufel in großer Not seine Hilfe verspricht. Dafür muß der Mann sieben Jahre lang statt eines Mantels eine Bärenhaut tragen. Die Sage taucht bereits im Simplicissimus (GRIMMELSHAUSEN, 1669) auf
In GRIMMs Märchen ist dieser Mann — hier des Teufels rußiger Bruder genannt — ein abgedankter Soldat, dem jeder Unterhalt fehlt und der sich darum auf des Teufels Angebot einläßt. Sieben Jahre lang darf er sich weder waschen noch sein Haar kämmen oder die Nägel schneiden und hat dem Teufel in der Hölle die Glut zu schüren, über der die Sünder gemartert werden. Hier trifft der Soldat seine alten Vorgesetzten wieder, die ihn im Dienste plagten. Mit einigem Vergnügen verrichtet er seinen Dienst und wird wie versprochen nach sieben Jahren entlassen, vom Teufel reich beschenkt. Von dem hatte der Soldat auch das Musizieren gelernt, was ihm erst eine Stelle am Hof des Königs verschaffte, später sogar dessen jüngste Tochter und mit ihr das Königreich (Kinder- und Hausmärchen) Nr. 100).
Ein anderes Märchen nennt solchen Soldaten Bärenhäuter. Der wird nach dem Kriege als nutzlos von seinen Brüdern verstoßen. Ihm hilft der Teufel, der ihm als ein Mann in grüner Kleidung erscheint, Bedingung ist auch hier, sieben Jahre ungepflegten Erscheinungsbildes, außerdem das Tragen der Bärenhaut. Im Gegenzug erhält er Geld, mit dem er einem armen Mann und dessen Tochter hilft. Als die sieben Jahre vorüber sind, erhält der Bärenhäuter seine einst schmucke Gestalt zurück und er wird mit der Tochter glücklich — der Teufel hingegen erhält ihre zwei gehässigen Schwestern, die sich vor lauter Neid selbst ersäufen bzw. erhängen (Kinder- und Hausmärchen Nr. 101).
Das Tragen der Haut eines Bären wird von J. GRIMM als Umschreibung eines faulen und tatenlosen Lebens gedeutet (Deutsche Mythologie, II., S. 851).
GRIMM weist auch auf die Edda hin, worin von Balders Bruder Wali berichtet wird, der ungewaschen und ungekämmt den Tod Balders rächt (KHM, III, Anm. zu Nr. 100; Edda, Völuspa 37, n. STANGE u. Balders Träume, 11).
Zudem weist GRIMM auf den nach TACITUS besonders bei den Chatten geübten Brauch hin, ein Gelübde abzulegen, erst dann das Kopfhaar zu schneiden, wenn im Kampf ein Feind getötet wurde (KHM, III, Anm. zu Nr. 100 und Germania 31).
Dabei mag man auch an die Berserker denken.