| Edda - Götterlieder | ||
(Das Lied von Hymir) Eine Götterdichtung der Edda.
In diesem Lied sind die ursprünglich voneinander unabhängigen Geschichten vom Angeln der Midgardschlange und dem Erwerb des Braukessels durch den Asengott Thor miteinander verflochten (GENZMER, 1997, S. 77).
Das Das Lied von Hymir schildert die Reise der Asen Thor und Tyr zum Riesen Hymir, um von dem den Braukessel zu holen. Vor Ort berät sie die Mutter des Tyr und Gattin des Riesen; Thor angelt auf einem gemeinsamen Fischzug mit Hymir die Midgardschlange, doch kommt diese durch Eingreifen Hymirs wieder frei. Thor gewinnt nach Kraftproben den Kessel und erschlägt Hymir. Auf dem Rückweg lahmt einer der Böcke Thors, doch können die Asen nun Bier trinken.
Nach STANGE ist das an Kenningar, den für die nordische Dichtung typische farbige Umschreibung von Begriffen, reiche Hymiskvida von einem der heidnischen Götterwelt amüsiert-distanziert gegenüberstehenden Geist durchweht, was an den übertriebenen dargestellten Großtaten Thors erkennbar sei (Die Edda, 1995, S. 370).
In Klammern () sind die Strophen nach der Übersetzung von GENZMER angegeben. Wenn auf diesen Seiten das Hymiskvida ohne weitere Angabe der Quelle zitiert ist, dann bezieht sich die Strophenzahl auf GENZMER.
Die Asen kamen von einer erfolgreichen Jagd heim und Thor verlangte von dem Riesen Ägir, er solle Bier brauen (1-2). Der entgegnet, man solle ihm den dafür nötigen Bottich beschaffen (3). Thor berät sich mit dem Tyr, der vom Kessel seines Vaters, dem Riesen Hymir, erzählt (4-6). Daraufhin fahren sie zu des Riesen heim, wo die Mutter des Tyr ihnen hilft, mit List unter neun Kesseln den richtigen zu erkennen (9-13). Hymir staunt nun über den gewaltigen Appetit des Thor, der beim Essen zwei von drei Ochsen alleine ißt (15-16). Weil nun alle Vorräte vertilgt sind, fahren Thor und Hymir hinaus zum Fischen (17-21), wofür Thor zur Beschaffung eines Köders einem schwarzen Stier den Kopf abreißt (19). Hymir fischt zwei Wale und will nun nicht weiter hinausrudern (21-22), doch Thor ködert den Stierkopf an und zieht die Midgardschlange hinauf und schlägt ihr mit dem Hammer Mjöllnir auf das Haupt (des Haares Berg), ehe der Riesenfisch in die See hinabsinkt, wobei die Erde erzittert (22-25). An dieser Stelle fehlt ein Stück, das behandelte, wie Hymir die Angelschnur kappt und der Fang darum verlorengeht (nach GENZMER, 1997, S. 77). Hymir rudert zurück, Thor trägt das Schiff zum Hof des Riesen (26-27), wo er als Kraftprobe versucht, einen Kelch zu zerbrechen. Der zerschmettert Gestein, erst auf Hinweis der Gattin des Riesen kann Thor den Kelch auf Hymirs steinernem Haupt brechen (29-32). Damit gewährt Hymir den Gästen die Mitnahme des Kessels, den Tyr allerdings nicht vom Platz bekommt (33-34). Dagegen gelingt dieses Thor, indem er den Kessel als einen Helm aufsetzt (35). Beim Umwenden sieht Thor, daß Hymir ihnen mit anderen Riesen nachfolgt und er zerschmettert diese mit seinem Hammer (36-37). Auf dem weiteren Rückweg lahmt einer der Böcke, die Thors Wagengespann ziehen (38), ehe man glücklich den Kessel zu den Asen bringt, die nun daraus das Bier trinken können (40).
Literaturhinweise:
Genzmer, Felix (Übers.): Die Edda. Götterdichtung, Spruchweisheit und Heldengesänge der Germanen. Diederichs Gelbe Reihe, München 1997. ISBN 3896314114
Stange, Manfred (Hg.): Die Edda. Götterlieder, Heldenlieder und Spruchweisheiten der Germanen.
Vollständige Text-Ausgabe in der Übersetzung von Karl Simrock. Überarbeitete Neuausgabe mit Nachwort und Register von Manfred Stange.
1995, Bechtermünz, Augsburg. ISBN 3860471074
Häny, Arthur (Übers.): Die Edda. Götter- und Heldenlieder der Germanen. 2003, Manesse.
Als sehr hilfreich für den raschen Überblick erweisen sich immer wieder:
Bellinger, Gerhard J.: Knaurs Lexikon der Mythologie.
Mit über 3000 Stichwörtern zu den Mythen aller Völker.
1997, Weltbild/Bechtermünz, Augsburg
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Cotterell, Arthur: Die Enzyklopädie der Mythologie.
- klassisch, keltisch, nordisch
Edition XXL GmbH, Reichelsheim, 1999
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und natürlich der Klassiker:
Grimm, Jakob: Deutsche Mythologie.
3 Bände, Nachdruck der von Elard H. Meyer besorgten 4. Auflage, Berlin 1875 - 1878
Drei Lilien, Wiesbaden 1992
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