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| Germanische Mythologie | |
(Alte im Jarnwith) In der Völuspa, dem Eingangslied der eddischen Dichtung, ist die Alte vom Eisenwald Mutter riesischer Ungeheuer:
Eine Alte östlich
im Erzwald saß;
die Brut Fenrirs
gebar sie dort.
Von ihnen allen
wird einer dann
des Taglichts Töter,
trollgestalt.
(Völuspa, 32, übers. v. GENZMER, 37)
Laut SNORRI wohnt diese Riesin im Jarnwidr (Eisenholz) und gebiert dort wolfsgestaltige Kinder, darunter Sköll und Hati, die beiden Wölfe, die Sonne Sôl und Mond Mani verfolgen und eines Tages packen werden, und den stärksten aller Wölfe, Managarm, der den Mond verschlingen wird, so daß von dessen Blut auch die Sonne verfinstert wird (Gylfaginning, 12).
Hüter der Riesin ist der Harfespieler Eggdir. Bei ihm im Kiefernbusch kräht der feuerrote Hahn Fjalar (Völuspa, 34).
Eisenwald ist die Übertragung von Jarnwith ins Hochdeutsche.
Der Jarnwith war ehemals ein Waldgebiet in Schleswig-Holstein (Dähnischer Wohld im Gebiet der Treene) und Wohngebiet der Jüten. Derlei topographische Zuordnungen unterstützen nach SPANUTH die These, in den Jöten der Edda seien die Jüten wiederzuerkennen. Der östliche Wohnort der Alten als Mutter dieser Feinde der Asen deute auf eine Lokalisierung der Götterburg Asgard zwischen Eiderstedt und Helgoland an, also westlich vom Eisenwald; im Osten von Asgard wohnen die Riesen insgesamt, wie an den Ostfahrten des Thor erkennbar ist. (SPANUTH, 339)
Die Alte vom Eisenwald ist mit der Riesin Angrboda einerlei und diese Mutter der Hel soll ehedem als Totengöttin verehrt worden sein. (WALKER, 38)