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 Brauchtum
 
 

Flachskröte

Nach der Ernte wurde der Flachs, ehe er gewässert wurde, gebündelt. Bei einem der Bündel legte man die Spitzen teils nach oben, teils nach unten und gab es zu den anderen in den Bottich. Nach dem Wässern fischten die Mägde die Flachsbündel aus dem Wasser, von derjenigen, die besagtes Bündel herauszog, hieß es: „sie hat die Flachskröte gekriegt” - so ein Brauch aus Buttstädt, den A. KUHN u. W. SCHWARZ mitteilen (Norddeutsche Sagen, Märchen und Gebräuche (1983), C. 101).

Nach KUHN klingt hier ein Opferritual aus heidnischer Zeit nach: „jeder scheut sich es noch offen zu vollziehen, deshalb wird es dem Loose überlassen zu entscheiden; die Kröte weist (...) auf Holda” (ebd., Anm. 101, S. 514).

KUHN merkt noch an, daß noch zu seiner Zeit „Flachskröte” ein geläufiges Schimpfwort für blondhaarige war (ebd., Vorwort XXIII).