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 Germanische Mythologie
 
 

Freyr

(Frö, Fro, nord. „Herr”) Ein nordgermanischer Fruchtbarkeits- und Vegetationsgott, der über Regen und Sonnenschein und das Wachstum der Erde herrscht (Edda, Gylfaginning, 24). Dieser Hochgott der Wanen gilt als Ahnherr des schwedischen Königsgeschlechtes der Ynglinge (BELLINGER, 146). Freyr ist Herrscher des Albenreiches, seinem Zahngeschenk (Grimnirlied, 5).

Freyr ist Sohn des Njörd (Grimn., 41) und der Skadi (Skirnirlied, 1). Mit dem und seiner Schwester Freyja ging Freyr nach Ende des Asen-Vanen-Krieges nach Asgard, so daß SNORRI ihn zu den Asen zählte und ihn als deren trefflichsten bezeichnen läßt (Gylf., 24).
Ein Beiname des Freyr ist Skirr („der Glänzende”).

Seine Gattin war seine Zwillingsschwester Freyja, später wurde er Gemahl der Riesin Gerd und mit ihr der Vater des Königs Fjölnir (BELLINGER, 146).

Seine Diener sind die Beyla, der Byggwir („Gerstenmann”) und der Skirnir.

Dem Freyr gehören das Schiff Skidbladnir (Grimn., 41) und der goldene Eber Gullinborsti, beides von den Dvergr Sindr und Brock geschaffene Kleinodien (Skaldskaparmal, 61). Ehedem besaß er noch ein Schwert, das von selbst kämpfte und ein Pferd. Beides gab er dem Skirnir, als der für ihn auf Brautfahrt ging (Skirnirlied, 8-9).

Als Freyr von Odins Sitz Hlidskialf aus in Jötunheim die schöne Riesin Gerda entdeckte, verliebte er sich in sie und litt sehr unter Liebeskummer. Darum ritt Skirnir auf Freyrs Pferd gen Riesenheim, überwand die Waberlohe und kam bei der Riesentochter an, wo er zunächst Gymirs Hunde und den Hirten (ein Bruder Gerdas?, vgl. Str. 8, 9, 19, 23) passierte. Dann bot Skirnir der Gerda reiche Brautgeschenke an, elf Äpfel der Idun und den Ring des Odin (Draupnir), doch lehnte die Riesin ab. Auch die Drohung sie und ihren Vater mit dem Zauberschwert zu erschlagen stimmte Gerda nicht um. Erst als Skirnir anhub, die Schöne zu verfluchen und Runenzauber zu üben (Th), auf daß sie häßlich werde und den Riesin Hrimgrimnir heiraten müsse, gab Gerda die Abwehr auf und sie willigte ein, den Freyr neun Nächte später im Barri, einem „Hag der Heimlichkeit”, zu treffen.

So kam Freyr zu seiner Gattin, doch zum Lohn durfte Skirnir Pferd und Schwert behalten (Gylfaginning, 37), und besonders das Schwert wird er zu Ragnarök vermissen, wenn ihn der Feuerriese Surtr töten wird (Völuspa, 45).

Zuvor aber wird Freyr den Riesen Beli, einen Bruder der Gerdr, mit einem Hirschgeweih erschlagen (Völuspá 45 u. Gylf., 37), eine Geschichte, die nicht weiter bekannt ist.

Die Rune Inguz ist traditionell dem Gott Frey zugeordnet (ASWYNN, 2001, 107).

Freyrs Statue in seinem Tempel im schwedischen Uppsala war für ihren gewaltigen Penis berühmt. Diese Ausstattung ließ ihn die Römer mit dem Priapos gleichsetzen (COTTERELL, 1999, 190).

Sein fliegendes Schiff Skidbladnir, das immer günstigen Wind haben soll, wird als die Wolken gedeutet, sein selbst kämpfendes Schwert als Strahl der Sonne (ebd.).

siehe auch siehe auch Stammbaum der Asen und Vanen