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 Deutschland - Insel Sylt
 
 

Keitum

(PLZ 25980; fries. Kairem) Früher war Keitum der Hauptort der Insel Sylt, doch wurde es vom Seebad Westerland überflügelt, das Endpunkt der Bahnlinie nach Sylt ist. Heute ist Keitum ein Teil der aus Archsum, Keitum, Morsum und Tinnum gebildeten Gemeinde Ost-Sylt.

Besuchenswert ist dieser Ort schon wegen seiner Friesenhäuser, außerdem wegen der aus dem frühen dreizehnten Jahrhundert stammenden Seefahrerkirche St. Severin. Errichtet wurde das Gotteshaus auf einem heidnischen Hügelheiligtum, das der Göttin Frigg gewidmet war. Im Inneren der Kirche sind vor allem der spätgotische Altar (um 1500), die Taufe (aus Sandstein, um 1250) und die Kanzel (um 1580) sehenswert. Anfangs besaß die Kirche keinen Turm, dieser kam erst um 1450 in spätgotischem Stil hinzu. Die Leuchter des Innenraums stammen aus dem achtzehnten Jahrhundert. Sylter Kapitäne waren ihre Stifter. Neben der Kirche liegt der Friedhof mit mehreren betagten Grabsteinen alteingessener Familien.

Sylter Mädchen — so sagt man — meiden furchtsam die Kirche St. Severin. Denn beim Bau des Kirchturms war prophezeit worden, daß eines Tages eine der Glocken herabstürzen und den schönsten Jüngling der Insel erschlagen werde. Tatsächlich brach das Gebälk am zweiten Weihnachtstag 1739 und die herabfallende Glocke erschlug einen wackeren jungen Seemann.

Als Stifterinnen der Kirche gelten zwei Nonnen, Ing und Dung. Deren Abbilder soll man in zwei Granitblöcken in der Turmwand erkennen können.

An der Küste bei Keitum liegt das Grüne Kliff mit einigen Hügelgräbern.

Einen Besuch lohnen zudem das Sylter Heimatmuseum und und das Museum „Altfriesische Haus”, die beide in Keitum zu finden sind.