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 Deutschland - Westfalen
 
 

Münster

-- Artikel in sammelnder Vorbereitung --

(PLZ 481xx) Eine Stadt im nordwestdeutschen Westfalen im heutigen deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen, an der Aa und am Dortmund-Ems-Kanal, Hauptstadt des Regierungsbezirks Münster.

787 eroberte Karl d. Gr. die sächsische Stadt Mimigernaford und baute sie zu einer fränkischen Festung gegen die Sachsen aus.
804 ließ Kaiser Karl in der Festung ein Bistum gründen, erster Bischof wurde der friesische Wandermissionar Liudger (Bischofsweihe 805 in Köln). Dem monasterium genannten Stift für Bischof und Klerus verdankt Münster den Namen (eigtl. bedeutet lat. monasterium „Einsiedelei”).

Die Lage des Ortes erwies sich als günstig und Münster entwickelte sich zu einem wichtigen Knotenpunkt des Handels, das im elften bis dreizehnten Jahrhundert eine Blüte erlebte. 1137 verlieh Kaiser Lothar III. dem Ort das Stadtrecht. Ab dem zwölften Jahrhundert begann sich Münster auf den Handel mit England einzurichten und das brachte der Stadt reiche Einkünfte. Im dreizehnten Jahrhundert wurde Münster Hansestadt und die Münsteraner Bürgerschaft vermochte sich dank ihrer Wirtschaftskraft von Teilen der bischöflichen Herrschaft loszulösen.

Bedeutende Bauten Münsters jener Zeit sind der von Bischof Erho (gest. 1097) anno 1090 geweihte Dom St. Pauli, die Lambertikirche aus dem 14./15. Jahrhundert, die Liebfrauenkirche (14. Jh.) und das gotische Rathaus (14. Jh., nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut).

Es wurden viele neue Kirchen errichtet, die die frühe Blütezeit des Bistums widerspiegeln. Bischof Erpho (gest. 1097) weihte 1090 den zweiten Dom, der schon fast den Umfang des heutigen Domes hatte. In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts entstand die münstersche Stadtkirche St. Lamberti, später folgten weitere Stadtkirchen.

Seit dem ausgehenden fünfzehnten Jahrhundert hatte sich Münster zu einem Zentrum des Humanismus entwickelt.

In den ersten Jahrzehnten des sechzehnten Jahrhunderts drang lutherisches Gedankengut nach Münster vor und in den 1520er Jahren schloß sich die Stadt der Reformation an. 1532 wagte man den Aufstand und unter Führung des Kaplans und seit 1531 lutherischen Predigers Bernt Rothmann (um 1495 bis 1535) und des wohlhabenden Tuchkaufmanns Bernt Knipperdolling (um 1490 bis 1536) erhoben sich die Gilden gegen den Münsteraner Bischof. Das Ergebins war der Dülmener Vertrag vom 14. Februar 1533 sicherte Katholischen und Protestanten freie Religionsausübung zu, der Dom blieb katholisch, in den anderen sechs Kirchen der Stadt wurde fortan reformiert gepredigt.

1533 kamen zahlreiche holländische Wiedertäufer nach Münster und verbreiteten dort ihren Glauben. Auch Prediger Rothmann schloß sich ihnen an. Das ermutigte Jan Matthys, einen aus Haarlem stammenden Bäcker und glühenden Parteigänger des Wiedertäufers Melchior Hofmann (um 1500 bis 1543), im Februar 1534 eine Revolution zu führen. Matthys hatte Erfolg und die zumeist der Unterschicht zugehörigen Wiedertäufer jagten die überwiegend lutheranische bürgerliche Mittelschicht aus der Stadt.

Man hoffte auf das baldige Kommen des tausendjährigen Gottesreichs (vgl. Offb. d. Johannes) und Matthys rief die Stadt Münster zum „Neuen Zion” bzw. „Neuen Jerusalem” aus (obwohl sein Lehrer Melchior Hofmann die Stadt Straßburg für das Neue Jerusalem und Ort der Wiederkehr Jesu Christi hielt). Münsters Einwohner würden, so meinte man, beim schon binnen kürzester Frist zu erwartenden Jüngsten Gericht dem Zorn Gottes entkommen. Bis dahin brauchte man aber eine noch eine weltliche Ordnung und also schwang sich Jan Matthys zum Diktator auf. Er ließ den Besitz der Reichen beschlagnahmen und sämtliche aufzufindenen Bücher vernichten, die Bibel ausgenommen.

Auf anderer Seite war man allerdings nicht untätig geblieben und begann unter Führung des Bischofs mit der Belagerung der Stadt. Am 5. April 1534 suchte Jan Matthys die Belagerer im Felde zu besiegen, kam bei dem Ausfall jedoch zu Tode. Seine Nachfolge trat sein enger Mitstreiter Johann Bockelson (Jan van Leiden, 1508 bis 1536) an. Der errichtete ein theokratisches Regime, sich selbst erklärte im August 1534 zum König, rief zur Polygamie auf (er selbst nahm sich gleich sechzehn Frauen) und zu seinem Ministerpräsidenten ernannte er Bernt Knipperdolling.
Auf militärischem Gebiet erwies sich Bockelson als fähiger Mann und vermochte des Bischofs Söldner bis Mitte des Jahres 1535 zurückzuschlagen. Innerhalb der Stadt begann aber schon bald der Hunger um sich zu greifen und mit zunehmender Not griff der selbsternannte König mehr und mehr zu staatlichem Terror und unterdrückte alle, die an seiner göttlichen Sendung zu zweifeln wagten. Am 24. Juni 1535 war aber die Widerstandskraft der Belagerten erschöpft und die beschöflichen Truppen eroberten die Stadt, die meisten Anhänger König Bockelsons kamen um, er selbst wurde gefangengenommen und später hingerichtet.

Diese außergewöhnlichen Vorgänge brachten seinerzeit die gesamte Wiedertäuferbewegung in Mißkredit.

Am 24. Oktober 1648 wurde in Münster und Osnabrück der Dreißigjährige Krieg formell beendet. Der Friedensschluß zwischen dem Kaiser einerseits und Frankreich und seinen Verbündeten andererseits fand in einem daher Friedenssaal genannten Raum des Rathauses statt, den Friedensschluß selbst nennt man nach dem Ort der Handlung „Westfälischer Friede”.

Aus dem 18. Jahrhundert stammt das Schloß, das heute zur Universität (1780 bis 1818 und seit 1902) gehört.

1816 ging die Stadt in Folge der Säkularisierung an Preußen.

Bis 1947 war Münster Hauptstadt der Provinz Westfalen, seither ist es Hauptstadt des gleichnamigen Regierungsbezirks.

 

Über das ebenso katholische wie vom Regen begünstigte Münster heißt es:

Entweder es regnet oder die Glocken läuten.

 
Münster became a city in the early 13th century. The first seal shows a gate with the patron saint of the city, St. Paul. The arms do not appear in official seals before 1535, although in a seal of the Antonius hospital from 1368 it is shown. The origin of the colours is not known. In the 15th century two griffins were used as supporters, later two lions were used. At present there are no supporters used. The seals of Münster from the 13th century and from 1535. EINE LIEBESGESCHICHTE... Überblick über die Bistumsgeschichte Viktorschrein in Xanten Das frühe Christentum in der Rheingegend Ausgrabungen haben nachgewiesen, dass am Niederrhein schon in römischer Zeit Christen lebten. Die Gräber der Märtyrer Victor und seiner Gefährten wurden seit dem vierten Jahrhundert von einer Christengemeinde verehrt und so zur Keimzelle der Stadt Xanten (ad sanctos). Als sich unter König Chlodwig die Franken dem Christentum anschlossen, konnte der Glaube auch nördlich und östlich des Rheins Fuß fassen. Es entstand das Erzbistum Utrecht, von wo aus die aus England stammenden Mönche Willibrord, Suitbert und andere um 700 missionierten. Der Heilige Liudger – Missionszentrum in Münster Der in der Nähe von Utrecht geborene Missionar Liudger (742 bis 809) erhielt seine theologische Ausbildung im angelsächsischen York und im italienischen Kloster von Montecassino. Nachdem Karl der Große Ende des 8. Jahrhunderts die Sachsen besiegt hatte, gab dieser Liudger im Jahr 792 den Auftrag, das eroberte westliche Sachsenland (Westfalen, Oldenburger Münsterland, Friesland) zu missionieren. Das Zentrum seiner Mission siedelte Liudger in Mimigernaford an der Aa an, dem heutigen Münster. Ein Kloster (monasterium), eine Schule und der Vorgängerbau des heutigen Paulus-Domes wurden dort errichtet. Am 30. März 805 wurde Liudger zum ersten Bischof von Münster geweiht. Bis zu seinem Tod im März 809 in Billerbeck gab er dem jungen Bistum erste Strukturen mit Pfarreien, Klöstern und Seelsorgestützpunkten. Im Kloster Essen-Werden, das er 799 gestiftet hatte, ist er begraben. Einer seiner Schüler, Gerbert, genannt Castus, missionierte von Visbeck aus im Oldenburger Land. Blütezeit des Bistums im Mittelalter Mit der Jahrtausendwende erlebte das junge Bistum nicht zuletzt durch den Anstieg der Bevölkerung einen wirtschaftlichen Aufschwung. Grabmahl des Grafen von Cappenberg. Zugleich entwickelte sich das Bistum zu einer dichten Klosterlandschaft, vor allem von Frauenklöstern. Neben den bereits im 9. und 10. Jahrhundert begründeten Stiften gab es bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts allein zwölf Zisterzienserinnenklöster. 1264 wurde der heutige St.-Paulus-Dom geweiht. Das 13. Jahrhundert war die religiös geprägte Blütezeit des Bistums, was auch in erstrangigen Kunstwerken aus dieser Zeit zum Ausdruck kam. Hermann II. (gest. 1203) wurde erster Fürstbischof im Bistum Münster. Er war somit nicht mehr nur geistlicher Hirte, sondern zugleich Territorialherr. Hatte der Bischöfliche Stuhl schon länger eine größere Zahl von Höfen besessen, so wurde der Bischof durch Schenkungen der Grafen von Cappenberg, Verträge mit Tecklenburg und den Erwerb des "Niederstifts" im Emsland und in Vechta zum mächtigsten Landesherrn im Münsterland. 1220 wurde seine Landeshoheit durch Kaiser Friedrich II. bestätigt, die bis 1803 Bestand hatte. Jan van Leiden. Die Herrschaft der Täufer in Münster Mit den Lehren der Täuferbewegung erreichte eine Radikalisierung der Reformationsideen die Stadt. Aus den Niederlanden kamen Prediger dieser Bewegung nach Münster und vertraten neben der Forderung der neu zu vollziehenden Taufe ein apokalyptisches, von der Erwartung einer baldigen Wiederkunft Christi geprägtes Weltbild. Der Führer der Bewegung, Jan van Leiden, ließ sich im September 1534 auf dem Prinzipalmarkt zum "König des neuen Sion" ausrufen. Unter dem Anspruch, das gesamte Leben nach dem Evangelium auszurichten, begann eine brutale Herrschaft der so genannten "Wiedertäufer", bis die Stadt nach sechsmonatiger Belagerung mit Hilfe anderer Bischöfe und Landesherren zurückerobert wurde. Die Anführer der Täufer wurden wegen Aufruhrs öffentlich hingerichtet und – wie damals üblich – zur Abschreckung in eisernen Käfigen an der Stadtkirche Münsters, der Lambertikirche ausgestellt. Das Bistum in Zeiten der Gegenreformation und der Aufklärung In den folgenden Jahrzehnten standen die katholische Erneuerung und Konfessionalisierung der Bistumsgebiete im Mittelpunkt. Fürstbischof Johann von Hoya verfolgte konsequent die Umsetzung des Konzils von Trient (1545-1563) im Bistum Münster. Als erster deutscher Bischof bediente er sich des jährlichen Fastenhirtenbriefes zur Verkündigung an Klerus und Volk. Fürstin Amalie von Gallitzin. 1648 wurde Münster zusammen mit Osnabrück als Stadt des Westfälischen Friedens, der den Dreißigjährigen Krieg beendete und ein neues Völkerrechtsverständnis begründete, weit über die Bistums- und Landesgrenzen hinaus bedeutsam. Die katholische Aufklärung, die Anschluss an die geistige Entwicklung in Deutschland in einer Synthese von traditionellem Katholizismus und aufgeklärten Weltgeist suchte, hatte im "Kreis von Münster" eine Heimat. Der Zirkel von Gelehrten, Adligen und Geistlichen formierte sich um die Fürstin Amalie von Gallitzin und Franz von Fürstenberg. Letzterer gründete im Jahre 1771 die erste Universität in Münster. Die von dem vermittelnden Geist des Kreises geprägten Schulreformen des Bistums unter Leitung des Priesters Bernhard Overberg galten damals in ganz Deutschland als vorbildlich. Säkularisation und Kulturkampf Einen großen Einschnitt erlebte das Bistum zu Beginn des 19. Jahrhunderts, fast genau 1000 Jahre nach der Weihe Liudgers, als im Zuge der Säkularisation das Ende des Konfessionsstaats im Fürstbistum Münster gekommen war. Klöster und Kirchen wurden als Lagerhallen, Kasernen oder Pferdeställe genutzt; kostbare Kunstwerke kamen in private Hände. f Bischof Johann Bernhard Brinkmann. Die folgenden Jahre bis zur Gegenwart unterwarfen das Bistum einem steten Wandel. In der Zeit der preußisch-protestantischen Monarchie kam es ab Mitte des 19. Jahrhunderts zum Auf- und Ausbau eines dichten katholischen Caritas- und Vereinswesens, das einerseits der Bewahrung der religiösen Identität diente, anderseits den Willen dokumentierte und umsetzte, den gesellschaftlichen Wandel in der Epoche der Industriellen Revolution im christlichen Sinne zu gestalten. Nicht zufällig stammte der legendäre Mainzer "Sozialbischof" Wilhelm Emmanuel von Ketteler aus dem Bistum Münster, wo er mit dem Elend weiter Teile der Bevölkerung konfrontiert worden war. Dieser sich zu einem geschlossenen "Sozialmilieu" formierende Katholizismus wurde in den 1870er Jahren durch die antikatholische Kulturkampfpolitik des Reichskanzlers Bismarck zusätzlich gestärkt. Die Katholiken im Bistum Münster reagierten eher trotzig als eingeschüchtert auf den Kulturkampf. Pater Arnold Janssen aus Goch am Niederrhein verließ Deutschland und gründete 1875 in den benachbarten Niederlanden das Steyler Missionswerk. Bischof Johann Bernhard Brinkmann ignorierte die preußischen Verordnungen und wurde deshalb 1875 für 40 Tage in Warendorf inhaftiert. Im Widerstreit des Nationalsozialismus In den folgenden Jahren bewegten sich Nationalstaat und Katholiken immer mehr aufeinander zu, was sich nicht zuletzt an der zunehmenden Loyalität zum Kaiserreich und der nationalen Begeisterung vor dem Ausbruch des I. Weltkriegs zeigen lässt. Zu Zeiten der Weimarer Republik sollte die katholische Vereins- und Lebenswelt im Bistum nochmals einen Aufschwung erfahren, was dazu führte, dass die NSDAP auch bei ihrem Wahlsieg 1933 in den Gebieten des Bistums Münster – und vor allem im oldenburgischen Teil – mit ihre schlechtesten Ergebnisse im ganzen deutschen Reich zu verzeichnen hatte. Kardinal Clemens August Graf von Galen. Als Glücksfall für das Bistum erwies sich im Jahr 1933 die Wahl von Clemens August Graf von Galen zum Bischof, der fortwährend die Unvereinbarkeit des NS-Regimes mit den Grundwerten des Glaubens unterstrich. Er bezog bereits 1934 in einem Hirtenbrief deutlich Stellung gegen Rassismus, Antisemitismus und Gewalt. Als Reaktion auf die reichsweiten Diskriminierungen von praktizierenden Gläubigen und die Schließungen von katholischen Einrichtungen legten die Katholiken im Bistum in unterschiedlichsten Formen Zeugnis ihres Glaubens ab. Ein Höhepunkt der Opposition der Gläubigen war der so genannte Oldenburger Kreuzkampf im Jahr 1936, nachdem die Regierung die Entfernung der Kreuze aus den Schulen angeordnet hatte. Vehemente Proteste der katholischen Bevölkerung führten schließlich zur Zurücknahme des Beschlusses. Bischof Clemens August Graf von Galen stellte sich immer mehr an die Spitze des religiösen Widerstandes im Reich. In Hirtenbriefen und Predigten verteidigte er den Glauben und lehnte sich gegen die Unterdrückung der Kirche auf. 1941 hielt er seine berühmten Predigten gegen den Gestapo-Terror und die Euthanasie, wobei er betonte, dass es ihm jetzt nicht mehr nur um kirchliche Belange, sondern allgemein um menschliche Rechte ging. Nach dem Ende des NS-Regimes erhob Papst Pius XII. Graf von Galen im Jahr 1946 zum Kardinal. Wiederaufbau bis heute Petruskirche. Nach dem Krieg begann der Wiederaufbau des katholischen Lebens in den Pfarrgemeinden, Vereinen und Verbänden. Allein zwischen 1951 bis 1961 entstanden im Bistum zudem 148 neue Gotteshäuser. Doch man baute nicht nur neue Kirchen, ebenso begann für den Glauben eine neue Zeit, vor allem seit dem II. Vatikanischen Konzil in Rom (1962-1965). Auch im Bistum Münster gewann die Kirche als das "Volk Gottes" eine neue Gestalt: Laien übernahmen wichtige Aufgaben in den Gemeinden, und die Katholiken suchten den Kontakt zu anderen Konfessionen. Zudem entwickelten sich neue Formen der Liturgie, neu gestaltete Kirchenräume und neue Gremien auf allen Ebenen. Die Dynamik dieser Entwicklung ist bis heute nicht zum Stillstand gekommen, wie 1994 erkennbar wurde, als die Gläubigen unter dem Motto "Mit einer Hoffnung unterwegs" einen Dialog über Glauben, Kirche und Gesellschaft anstießen.