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 Deutschland - Insel Sylt
 
 

Rantum

(PLZ 25980) Ein Ort auf Sylt, südlich von Westerland, auf halber Strecke nach Hörnum, dort, wo der südliche Teil der Insel mit nur einigen hundert Metern am schmalsten ist.

Bemerkenswert ist die Kirche des Dorfes, welche als einzige Kirche der Insel mit Reet gedeckt ist.

Der Name des Ortes bedeutet „Heim der Ran”. Ran ist die germanische Meeresgöttin und diejenige, zu der die auf See gebliebenen Schiffer eingehen. Sie soll einmal höchstpersönlich auf Sylt erschienen sein, wovon eine Ortssage kündet:

Die schwangere Ran, die Herrin des Meeresgrundes, stand kurz vor ihrer Niederkunft und so holte man die schöne Gattin eines Kapitäns als Hebamme herbei. Von da an mußte der Meermann Ekke Nekkepenn, der Gatte der Ran, oft an diese Frau denken, und er wünschte sie sich zur Frau. Als Ran alt geworden war, begann er mit der Umsetzung dieses Plans und er erweckte einen Sturm, der den Kapitän mit seinem Schiff versenkte. Sodann begab er sich bei Rantum an Land und suchte nach der Witwe, fand aber statt ihrer deren Tochter Inge, welche er für jene Hebamme hielt. Ekke Nekkepenn steckte ihr einen Ring auf den Finger und wähnte sich als ihr Verlobter. Da Inge aber keine Neigung zu dem Meermann verspürte, sagte der ihre Freilassung zu, sofern sie seinen Namen herausfinden könne. Als Ekke Nekkepenn einmal meinte, allein zu sein, sagte er seinen Namen vor sich hin, wurde dabei von Inge belauscht und mußte sie darum freigeben.

Von dieser Begebenheit erzählt noch heute eine Gallionsfigur, die den Giebel eines Hauses in Rantum ziert.

Nördlich von Rantum liegt das Naturschutzgebiet Rantum-Becken, ein Binnengewässer, das über fünfzig verschiedenen Vogelarten, darunter einigen sehr seltenen, Brutrevier ist.

Aus der Tiefe sprudelt die jodhaltige „Sylter-Quelle”.