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 Deutschland - Insel Sylt
 
 

Tinnum

(PLZ 25980, Kreis Nordfriesland) Dieser Ort bildet heute gemeinsam mit Archsum, Keitum und Morsum die Gemeinde Sylt-Ost, welche sich über den Osten des breiten Mittelteils der Insel Sylt erstreckt.

Ehedem lagen nördlich von Tinnum die Thinghooger (Thinghügel), eine Gruppe von achtzehn aus der Stein- und Bronzezeit stammenden Grabhügeln. Einst waren diese Hügel Thingstätte und Wahrzeichen der freien Friesen, auf dem höchsten der Gruppe wurden alljährklich Biikenfeuer abgebrannt. In den dreißiger/vierziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts wurden diese Hügel archäologisch untersucht, man fand in ihnen zahlreiche Grabstätten mit überwiegend bronzezeitlichen Beigaben. Leider nahm man es auch in der Nazizeit nicht sehr genau mit der Erhaltung des heimischen Landschaftsbildes und man unterließ nach Abschluß der Untersuchungen die Wiederherrichtung der Hügel, so daß von ihnen nur noch zwei erhalten sind.

Im Westen Tinnums liegt eine Wallburg mit einem über sieben Meter hohen Erdwall und etwa einhundertzwanzig Metern Durchmesser. Diese Tinnumburg diente wahrscheinlich im neunten und zehnten Jahrhundert den Friesen zum Schutz vor den Wikingern. Die Sage weiß von einem Lehnsherren, der die Sylter presste und drückte, dabei von einem Haufen Riesen beschützt wurde. Erst die Insel plündernde dänische Krieger machten dem Lehnsherren ein Ende. Seine hundertzwanzig Riesen wurden hingerichtet und bei Munkmarsch in einer langern Reihe von Gräbern bestattet.

In Tinnum (Dirkstraße 17) steht mit der Alten Landvogtei eines der ältesten erhaltenen Häuser der Insel. Es entstand 1649 als Sitz der Obrigkeit und Unterkunft hochgestellter Herren, 1825 übernachtete hier der Dänenkönig Friedrich VI.

Außerdem gibt es hier einen Tierpark.