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 Deutschland - Rheinland-Pfalz
 
 

Trier

(PLZ 5429x) Eine kreisfreie Stadt an der Mosel im Bundesland Rheinland-Pfalz, Hauptstadt des Regierungsbezirks Trier. Trier gilt als älteste Stadt Deutschlands.

Vor der Zeitenwende war Trier Hauptstadt und Kultstätte der Treverer. 15 v. Chr. gründeten die Römer hier am Schnittpunkt mehrerer Heereswege die Kolonie Augusta Treverorum. Als Tiberius Cäsar war, wurde Trier erst zur Hauptstadt der Provinz Belgica, dann Galliens. Von 260 bis 399 war Trier kaiserliche Residenzstadt, seit dem 3. Jahrhundert christliches Bistum. Um 275 hatten Alemannen und Franken die Stadt zerstört, unter Constantinus Chlorus begann der Wiederaufbau. Diese Zeit war für das römische Trier am glanzvollsten, es entstand die später zur evangelischen Kirche gewordene Basilika (Palastaula, um 300), die Römerbrücke, die Kaiserthermen und 315 das Porta Nigra genannte berühmte nördliche Stadttor.

475 wurde Trier fränkisch. 811 wurde Trier als Erzbistum urkundlich erwähnt. Zusammen mit Lothringen kam Trier 925 zum deutschen Reich. 1190 erhielt Trier Stadtrecht. Im 13. Jahrhundert entstand die Liebfrauenkirche. Später wurde Trier Kurstaat. 1794 kam Trier an Frankreich. Die Franzosen säkularisierten 1801 die linksrheinischen Stiftsgebiete, der rechtsrheinische Rest ging 1803 an Nassau. 1815 fiel Trier an Preußen.

 

RITTER-SCHAUMBURG hielt für wahrscheinlich, daß die in der aus Südschweden überlieferten Thidrekssaga „Rom” genannte Stadt einerlei mit Trier ist. Im vierten Jahrhundert war Trier die mächtigste römische Metropole nördlich der Alpen, es war Verwaltungszentrum der germanischen, gallischen und britannischen Provinzen und sogar für Spanien. Zudem wird die Stadt in mittelalterlichen Quellen Roma Secunda („zweites Rom”) genannt, auch altera, nova, minor Roma („anderes”, „neues”, „kleineres Rom”) oder Belgica Roma. Zudem würden die Angaben zu Zügen des Didrik (Dietrich von Bern) gen Rom nur dann plausibel sein, wenn man Bern als Bezeichnung für Bonn und Rom für Trier annehme — andernfalls hätte Wideke auf seinem Roß Schemming kaum binnen einen Tages von „Bern” nach „Rom” kommen können. Später, nachdem Didrik die Römer besiegt und sich in Trier krönen lassen hatte, soll Trier Alterssitz König Didriks geworden sein, der somit nicht (wie gewöhnlich angenommen wird) mit Theoderich dem Großen gleichzusetzen sei. Dazu stimmte dann auch eine in den Kölner Annalen mitgeteilte Überlieferung, dernach im Jahre 1197, als an der Mosel Not und Teuerung herrschten, Wanderern ein Trugbild von erstaunlicher Größe erschienen sei. Dieses Trugbild, ein Reiter auf schwarzem Roß, habe sich „Didrik, einst König von Bern” genannt und Unglück und Elend verkündet. Während eine Erscheinung Theoderichs ausgerechnet an der Mosel wenig naheliegend scheint, wäre dieses bei Diedrich von Bern innerhalb skizzierter Begebenheit plausibel.
(Die Nibelungen zogen nordwärts, 236-39)

Daß man Trier im Mittelalter auch Roma secunda nannte ist kein Einzelfall. Denn auch Byzanz, Aachen und einige weitere Orte trugen diesen Namen. (LÖNNENDONKER, 78f.)

 

In den ersten Jahrzehnten des vierten Jahrhunderts soll der Heilige Agritius, von Helena, der Mutter des römischen Kaisers Konstantin, zum Bischof von Trier ernannt worden sein. Er habe den Heiligen Rock, das ungenähte Gewand Christi (JOHANNES 19,23f.), nach Trier gebracht, überdies Reliquien des Evangelisten Matthäus.

350 starb in Trier der hl. Quiriacus. Dieser Schutzpatron der Kinder war guter Freund seines Bischofs Maximin, der 330 zum Bischof von Trier gewählt worden war und der ebenfalls unter den Heiligen ist Kirche St. Maximin in Trier).

Auch Felix von Trier, bis zu seinem Tod am 26. März 400 Bischof von Trier, wird als Heiliger verehrt, gleichfallls der 409 gestorbene Bischof Leontius.

Vor den Toren Triers lebte Athanasius in der Verbannung. In seiner Mönchszelle fand man eine Vita des Antonius (gest. 356). Athanasius war Freund dieses Vaters des Mönchtums und gilt auch als Verfasser dieser Lebensbeschreibung.

Nicht als Heiliger gilt Priscillian, der von 381 bis 385 Bischof von Ávila war, dann aber unter dem Vorwurf der Häresie nach Trier gebracht wurde, wo man ihn dem Kaiser Maximus vorführte und den Prozeß machte, der mit der Enthauptung Priscillians endete. (BAIGENT u. LEIGH, 46)

Bei Trier soll sich 570 der später als Heiliger verehrte Wendelin niedergelassen haben, der eigentlich ein schottischer Königssohn gewesen sei, hier aber als Einsiedler und Hirte gelebt habe.

585 soll der Missionar Wulfilaich bei Trier ein keltisches Kultbild der Göttin Diana zerstört haben.

Heilig ist auch die Benediktinerin Severa von Trier (um 600 bis 660, Tag: 20. Juli), die erste Äbtissin des Klosters St. Symphorian in Trier.

Um 648 soll zu Trier der hl. Modoald verstorben sein, dem die Gründung zahlreicher Klöster, darunter St. Symphorian und Oren in Trier zugeschrieben wird. (SCHAUBER, 122)

Ebenso als Einsiedler lebte der im 7. Jahrhundert zu Trier gestorbene hl. Theodulf. Nahezu zeitgleich soll noch ein weiterer heiliger Einsiedler namens Theodulf hier gestorben sein.

Als Heiliger gilt auch der Abt und Bischof Basinus von Trier, der am 4. März 705 in Trier verstarb und dessen Gedenktag in der Diözese Trier am 23. September begangen wird.

Im elften Jahrhundert beschuldigte man Juden, den Trierer Weihbischof Eberhard mit Hilfe einer Wachspuppe umgebracht zu haben, welche ein bestochener Priester getauft hätte und das am Sabbat verbrannt worden sei. Am selben Tag noch erkrankte Eberhard und starb. (DAXELMÜLLER, 109f.)

1227 wurde in Trier eine Synode abgehalten. Auf dieser Kirchenversammlung wurde beschlossen, daß Taufwasser, Chrisma und Öl sorgfältig unter Verschluß zu halten seien, um magische Handlungen damit zu verhindern. (DAXELMÜLLER, 157)

 

Ein Trierer Weihbischof war der als Dämonologe bekannte Peter Binsfeld, der sich in seiner 1589 veröffentlichten Schrift Tractatus de confessionibus maleficiarum et sagarum entschieden für Hexenprozesse einsetzte.
1583 und 1593 fanden im Erzstift Trier massive Hexenverfolgungen statt, welche auch für andere Gebiete Deutschlands beispielhaft wurden. (DAXELMÜLLER, 182)

 

Im Sommer 2005 wurde bei Bauarbeiten unter dem Altar der Abteikirche St. Matthias, welche das Grab des Apostels Matthias beherbergt (einziges Apostelgrab nördlich der Alpen) und deshalb vielbesuchtes Pilgerziel ist, ein Gräberfeld entdeckt, das vermutlich der erste christliche Friedhof auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland ist. Schon im Jahre 270 sollen die Bischöfe Eucharius und Valerius hier eine Gemeinde geleitet haben.

 

Ein berühmter Sohn der Stadt ist Karl Marx.

 

Bistum Trier

Schutzpatrone des Bistums Trier sind Matthias und Helena, die Mutter des Kaisers Konstantin. Helena hatte, der Legende nach, in Jerusalem das Kreuz Christi aufgefunden und Teile davon kamen als Reliquien nach Trier.

 

Kurtrier

Kurtrier war eine der Kernzonen der Hexenverfolgung in Deutschland. (DAXELMÜLLER, 183) „Die Kurtrierer Verfolgungen von 1585 bis 1593 hatten für Deutschland durch die Hinrichtung mehrerer hundert Malefizpersonen neue Maßstäbe gesetzt.” Hatte sich Universätsrektor, Stadtschultheiß und Hochgerichtspräsident Dietrich Flaede (Vlaet) noch einige Zeit mit seiner liberalen Haltung durchsetzen können und Hexenprozesse unterbunden, so wurde sein Widerstand mit Hilfe erwähnter Schrift Peter Binsfelds gebrochen. (DAXELMÜLLER, 194f.)