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 Deutsche Sagen - Wollin
 
 

Vineta

Eine sagenhafte Stadt, die bis zu ihrem Untergang auf oder bei der Insel Wollin gelegen haben soll.

Die Lage Vinetas ist umstritten. In aus Swinemünde und Heringsdorf mitgeteilten Berichten heißt es, Vineta habe nahe dem Strekelberg, einem Vorgebirge Usedoms, gelegen haben, welche der Herr wegen der Gottlosigkeit ihrer Bewohner im Meer versinken ließ. Deren Bewohner seien so reich gewesen, daß sie vor Übermut Löcher in Wänden mit Brot verstopften und ihre Schweine aus goldenen Trögen fressen ließen, das ihnen aber noch immer nicht genügte. Den Herrgott ergrimmte das und an einem Sommertag erhob sich ein Wetter, die Wellen brachen in die Stadt hinein und begruben alles. Einzig ein frommer Mann vermochte sich auf seinem Pferd zu retten; das Pferd brach nach der Flucht zwar tot zusammen, er selbnst hatte aber glücklich Coserow erreicht. Alljährlich am heiligen Ostermorgen soll Vineta sich aus der Flut erheben und freudig über die Wogen springen.

Im großen Paarstein in der Uckermark soll eine Stadt untergegangen sein, welche Fineten oder Veneden geheißen habe. Auch vom Werbellin wird ähnliches erzählt. (KUHN u. SCHWARTZ, S. 41)