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 Germanen - Geographie und Geschichte
 
 

Westgoten

Einer der beiden großen Stämme der Goten. Die Westgoten, richtiger Wisigoten (vielleicht von got. Wiau „gut” oder „weise Goten”?), waren wie die Ostgoten unter dem Druck der Hunnen ins Wandern gekommen. Sie besiegten 378 bei Adrianopel den römischen Kaiser Valens, schlossen aber 382 mit Kaiser Theodosius Frieden, verpflichteten sich als Verbündete zum Militärdienst für Rom und erhielten im Gegenzug in Mösien und Thrakien Siedlungsraum zugewiesen.

391 fielen sie unter Alarich in Thrakien ein, weiter ging es nach Makedonien und Griechenland, 401 drangen sie nach Italien. 410 kam es zur Eroberung und Plünderung Roms. Dabei fiel ihnen unter anderem auch der jüdische Tempelschatz in die Hände, den Titus 70 n. Chr. aus Jerusalem nach Rom gebracht hatte. Alarich ließ den Schatz in seine Residenz in Carcassone bringen, später brachte Theoderich ihn nach Ravenna.

418 gründeten die Westgoten in Südgallien das nach der Hauptstadt Toulouse benannte Tolosanische Reich.

Nach 450 eroberten sie Spanien, Asturien wurde Teil des Westgotenreichs. Im Norden wurden sie hingegen 507 von den Franken unter Chlodwig I. aus ihren gallischen Besitzungen (Aquitanien) verdrängt. 531 mußten die Westgoten unter Amalarich I. eine Niederlage gegen Chlodwigs Sohn Childebert I. hinnehmen.

587 traten die bisher dem arianischen Glauben anhängenden Westgoten zum Katholizismus über; damit war der Weg frei für die Verschmelzung mit der römisch-iberischen Bevölkerung.

Von 612 bis 621 war Sisebut König der Westgoten, der die gesamte iberische Halbinsel unter westgotische Herrschaft brachte.

Toledo im heutigen Spanien war bis zum Einfall der Araber (711) ihre Hauptstadt, im nördlichen Spanien behaupteten sie sich noch länger.
Nach Toledo war ein Teil des erwähnten Schätzes verbracht worden, welche Theoderich dort belassen hatte. Zu diesem Rest sollen auch Teile des Jerusalemer Tempelschatzes gehört haben, der „Tisch Salomos” und ein Schrein, der den wunderbaren Stein „Schamir” barg, fielen nach der verlorenen Schlacht von Jerez de la Frontera den Sarazenen in die Hände. (später soll aber der Gotenkönig Roderich den Schatz aus der „Grotte des Herakles” geborgen haben)

Die Westgoten sollen recht kultivierte Krieger gewesen sein, die stets Kamm und Zahnbürste bei sich getragen hätten.