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| Deutschland - Rheinland-Pfalz | |
(PLZ 675xy) Eine Stadt am linken Ufer des Rheins im Oberrheingraben, heute eine kreisfreie Stadt im Bundesland Rheinland-Pfalz mit im Jahre 1990 rund 72.000 Einwohnern. Worms ist besonders als Nibelungenstadt berühmt.
Worms entstand in einer schon in Stein- und Bronzezeit menschlich besiedelten Gegend aus einer keltischen Siedlung namens Borbetomagus, welche die Römer übernahmen und sie Civitas Vangionum nannten.
Seit dem vierten Jahrhundert ist Worms Bischofssitz.
Im fünften Jahrhundert wurde Worms zum kulturellen Zentrum des Reichs der Burgunder, nachdem König Gundahari 413 dort sein kurzlebiges (und archäologisch nicht nachgewiesenes) Reich begründet hatte.
Im um 920 entstandenen Waltharius wird Worms als Residenz des Königs Gunther genannt (v. 433). Gunther ist hier nicht König der Burgunder, sondern König der Franken (v. 13-16).
Mit Beginn fränkischer Herrschaft blühte das damals Wormatia genannte Worms weiter auf. Bis zum Ende des Mittelalters und darüber hinaus fanden hier zahlreiche Reichstage und -versammlungen statt, welche beispielsweise zum Wormser Konkordat (verkündet am 23. September 1122, vereinbart zwischen Kaiser Heinrich V. und Legaten des Papstes Kalixtus II. zur Beendigung des Investitusstreits) oder zum Wormser Edikt (ein am 25. Mai 1521 verkündeter Erlaß des Kaisers Karl V., der Martin Luther und seine reformatorische Lehre in Reichsacht tat, da dieser zuvor auf dem Reichstag zu Worms zu Widerrufen sich geweigert hatte) führten.
Im Jahre 1000 wurde Burkhardt von Worms zum Bischof von Worms ernannt.
Um 1080 wurde in Worms Erkenbert geboren (gest. 1132), der 1119 das Augustiner-Chorherrenstift auf seinem nahe Worms gelegenen Besitz Frankenthal gründete. Erkenberts Gattin Richlindis (gest. 1150) gründete ihrerseits zu Ormsheim bei Worms ein Augustiner-Chorfrauenstift.
Aus dem 12./13. Jahrhundert stammt der Wormser Dom (geweiht dem Stadtpatron St. Peter), der als ein Hauptwerk fränkischer Romanik gilt und dem als Vorgängerkirchen eine fränkische Basilika und eine um 1020 geweihte Kirche vorausgingen.
1273 wurde Worms freie Reichsstadt.
Ein Buch eines Juden aus dem Jahre 1690 nennt die Stadt Wormeisza.
1797 eroberten die französischen Revolutionstruppen Worms, die Stadt gehörte nun zu Frankreich. 1803 wurde das Bistum Worms säkularisiert. Nach dem Ende Napoleons und dem Wiener Kongreß wurde die Stadt 1816 Hessen-Darmstadt zugeschlagen.
Seit 1946 ist Worms Stadt des Bundeslandes Rheinland-Pfalz.
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In der Liebfrauenkirche zu Worms werden Reliquien des hl. Valentin aufbewahrt.
Worms ist auch deutscher Name einer in estnischer Sprache Vormsi genannten Insel in der östlichen Ostsee.