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| Deutschland - Schleswig-Holstein | |
Der mit 188 Kilometer Länge größte Fluß im heutigen Schleswig-Holstein, dem nördlichsten Bundesland der Bundesrepublik Deutschland.
Die Eider entspringt südlich von Kiel, strömt quer durch die Halbinsel und mündet bei Tönning in die Nordsee, wichtiger Nebenfluß ist (rechtsseitig) die bei Friedrichstadt mündende Treene.
Die Westküste Schleswig-Holsteins war immer in Bewegung, teils durch Schwankungen des Meeresspiegels insgesamt (Eiszeiten), teils durch Sturmfluten. Einst war die Küstenlinie erheblich weiter westlich gelegen. Weser, Elbe und Eider bildeten damals zwischen den heutigen Westfriesischen Inseln und der Halbinsel Eiderstedt einen gewaltigen Mündungstrichter.
Nach GRIMM deuten ältere Namen der Eider, welcher als Grenzfluß Sachsen und Normannen trennte, auf den nordischen Meerriesen Oegir. So hieß die Eider nach fränkischen Annalen im achten und neunten Jahrhundert Egidora, Agadora und Aegidora, bei anderen sind die Namen Egdora und Oegisdyr (Türe des Meeres) genannt, weiter (ags.) Fîfeldor und Wieglesdor. (Deutsche Mythologie, I, 198)
Nach der Theorie Jürgen SPANUTHs (1907-1998) ist in der Eider der antike Fluß Eridanus wiederzuerkennen (Die Atlanter, 339), der sonst auch für den Po in Italien gehalten wird. In diesen Eridanus stürzte dem Mythos zufolge einst Phaeton, der Sohn des Sonnengottes Helios, als er einmal für seinen Vater den Sonnenwagen lenken durfte, an dieser Aufgabe aber scheiterte. Dieses Schicksal beweinten am Ufer des Eridanus die Heliaden, Schwestern, des Phaeton, und ihre Tränen wurden zum Bernstein (OVID, Metamorphosen II, 47-366).
Das von SIMROCK mit Eitertäler übersetzte Wort eitrdala soll demnach auch Eidertal bedeuten, Slidr die Schlei (P. GROVE, Danmarks Daap, 1961, z. n. SPANUTH, Die Atlanter, 339):
Ein Strom wälzt ostwärts durch Eitertäler
Schlamm und Schwerter, der Slidur heißt.
Völuspa 41, Übers. SIMROCK, 1851
(GENZMER übersetzt mit Gifttäler und Schreckenstrom, Die Edda, 37)
Unter anderem weil auf der sagenhaften Insel Atlantis Kupfer und Bernstein gemeinsam vorkommen, soll J. SPANUTH zufolge das untergegangene Reich der Atlanter einst in der Nordsee gelegen haben und Helgoland sei der Rest davon, denn nur hier fanden sich Kupfererze und Bernstein an einem Ort.
Die ehedem sehr weiträumige Mündung der Eider entspricht OVIDs Schilderung jenes großen Stromes, in den Phaeton stürzte. (J. SPANUTH, Das enträtselte Atlantis).
Der These, die Eider sei dem Eridanus gleichzusetzen, schließt sich auch der Frankfurter Geograph Kai Helge Wirth an. Er machte die Entdeckung, daß sich viele Sternbilder in die kartographische Darstellung der Erdoberfläche einpassen lassen und erkannte im Sternbild Eridanus den Verlauf der Eider wieder (Der Ursprung der Sternzeichen).