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 Germanen - Stämme
 
 

Franken

Franken, (wohl „Freie”, vgl. „frank und frei”) Ein germanischer Stamm aus der Gruppe der Istwäonen (Weser-Rhein-Germanen). In den Franken mischten sich wohl die Chamaven, Ampsivarier, Chattuarier, Brukterer und auch die Chatten. Der Kernstamm der am Niederrhein sitzenden Salier oder Salfranken (von ahd. sala „Herrschaft”) geht wohl auf die ingwäonischen Chauken zurück.
Erstmalig erwähnt sind sie 258.

328 verbündeten Franken sich mit Konstantin und stellen wichtige Kräfte des römischen Heeres. Im 4. Jahrhundert wurden Stammesteile in Toxandrien (Nordbrabant) als Bundesgenossen Roms angesiedelt, von wo sie sich seit dem Abzug der röm. Truppen (406) westwärts nach Flandern bis an die Nordsee ausbreiteten. Ihre Südgrenze bildete der „Kohlenwald” zwischen Lüttich und Doornik.

Wesentlich war die fränkische Siedlung in Gallien (5. Jahrh.) bis zur Seine und Loire, die Keimzelle des Frankenreichs. Nach 406 setzten sich auch die Ripuarier im Kölner Raum südlich bis Andernach fest und besiedelten seit 455 das Land bis zu den Ardennen und das Moselgebiet. Erst nach der Gründung des Fränkischen Reichs und der Unterwerfung der Alemannen durch Chlodwig begann die Ausbreitung der Franken den Main aufwärts.

498 ließ sich Chlodwig, dessen Frau Chlothilde, Tochter des Burgunders Chilperich, Christin war, mitsamt 3.000 anderen Franken zu Reims von Bischof Remigius taufen. Damit hatten die Franken als erster germanischer Stamm das römisch-katholische Christentum angenommen und damit dessen späteren Siegeszug auch bei den anderen Germanen eingeläutet — das Datum gilt daher auch als Geburtsstunde des christlichen Mittelalters.

Die Franken wurden die belebende Kraft der germanischen und abendländischen Geschichte. Sie faßten die Germanen der Völkerwanderung zusammen und wurden später das Bindeglied der deutschen Stämme. Auch die Hessen, die Thüringer und die nördlichen Gruppen der Baiern und Alemannen sind fränkisch beeinflußt. An der Besiedlung des deutschen Ostens im Mittelalter haben die Franken großen Anteil. Fränkische Kultur findet sich in Obersachsen, Schlesien, Brandenburg, im nördlichen Sudetenland und südlichen Ostpreußen.

Die salisch-fränkische Rechtstradition des sechsten bis achten Jahrhunderts wurde als Salisches Recht zusammengefaßt.

 

Das Reich der Franken soll Mero gegründet haben, der Urahn der Merowinger, welche sich von den Sugambrern herleitete. Diese stellten bis 751 die fränkischen Könige, doch führten innere Zerstrittenheit im Verein mit der zunehmenden Macht der fränkischen Hausmeier zu einem Schwund der königlich-merowingischen Macht. Als die Söhne des Hausmeiers Karl Matell den letzten Merowinger Childerich III. mit dem Segen des Papstes abgesetzt hatten, war ihre Macht endgültig an das Hausmeiergeschlecht der Arnulfinger, der späteren Karolinger, übergegangen. 800 ließ sich Karl der Große von Papst Leo III. zum Kaiser krönen. Einer seiner Nachfahren ist Ludwig der Deutsche.

Heute ist Franken als Stammesname nur noch für die östliche Gruppe des Mainraums üblich. Entlang des Rheins haben Niederländer, Flamen, Rheinländer, Rheinfranken, Moselfranken, Hessen, Pfälzer und Lothringer ein eigenes Stammesbewußtsein entwickelt. Der räumlichen und zeitlichen Weite fränkischer Eroberung und Siedlung entspricht die Gliederung in nieder-, mittel- und oberdeutsche Mundarten (nach Brockhaus 1959). Im Westen heißt Frankreich nach dem germanischen Stamm.

 

Der Waltharius des Eckehart I. von St. Gallen nennt als König der Franken Gibich, der von dem Hunnenkönig Etzel bedroht wurde und darum statt seines eigenen, noch zu jungen Sohnes Gunther den jungen Hagen als Geisel an den Hof seines Feindes sendet und mit dem Hunnen Frieden schließt. Nach dem Tode Gibichs wurde Gunther König der Franken (Waltharius, v. 116f.).