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| Germanen - Geographie und Geschichte | |
(german. Gutans, Gutos) Sie sind das Hauptvolk der Ostgermanen, das sich um die Zeitenwende an der unteren Weichsel bildete. Um 190 wanderten die Goten an die Küste des Schwarzen Meeres. Von hier aus suchten sie im 3. Jahrhundert die Küstengebiete Griechenlands, Thrakiens und Kleinasiens heim (263 Plunderung von Ephesus) und besetzten die römische Provinz Dakien. 332 verbündeten Goten sich mit Konstantin und stellen wichtige Kräfte des römischen Heers. Mitte des 4. Jahrhunderts fand bei ihnen das arianische Christentum Eingang, besonders durch Bischof Wulfila.
Die Goten gliedern sich in die Volksgruppe der Ostgoten, richtiger Ostrogoten oder Greutungen und die Westgoten (Wisigoten oder Therwingen). Reste erhielten sich an der Straße von Kertsch und bis ins 16. Jahrhundert als Krimgoten auf der Krim.
Unter den Einfluß der griechisch-skythischen Kust entwickelten die Goten in Südrußland vor allem in der Goldschmiedekunst neue Formen. Aus diesen erwuchs die germanische Kunst der Völkerwanderungszeit.
Der Name Goten (Godo von Goth, Gott) soll die Wurzel des heutigen Gott sein. Ursprünglich sollen sie Bewohner des mythischen Asgards oder Midgards gewesen sein. Im Kaukasus (einem bei Betrachtung Eurasiens und Afrikas sehr mittiger Ort, vgl. midgard, Ort der Mitte) seien sie angegriffen worden und hätten unter Führung des heldischen Gottes Wotan oder Odin die Auswanderung nach Westen unternommen.
(richtiger Ostrogoten) Um 350 gründeten die Ostgoten unter Ermanarich ein großes Reich von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer, das 375 von den Hunnen unterworfen wurde. Nach deren Untergang (453) ließen sich die Ostgoten unter römischer Oberhoheit in Pannonien nieder.
488 zogen die Ostgoten unter Theoderich nach Italien. Dort gründete Theoderich ein Reich, das aber nach seinem Tod (526) verfiel und trotz des Widerstandes der Könige Witigis, Totila und Teja den byzantinischen Feldherren Belisar und Narses unterlag. Theoderich soll der Dietrich von Bern der Heldensage sein.
Folgende Sage hat man von den silbernen Bildsäulen, die zur Abhaltung der Barbaren eingeweiht worden waren: Zur Zeit der Herrschaft Kaiser Konstantins geschah dem Valerius, Präfekten in Thrazien, Anzeige von einem zu hebenden Schatz. Valerius begab sich an Ort und Stelle und erfuhr von den Einwohnern, daß es ein altes, feierlich geweihtes Heiligtum wäre. Dieses meldete er dem Kaiser, empfing aber Weisung, die Kostbarkeiten zu heben. Man grub daher in die Erde und fand drei aus gediegenem Silber gearbeitete Bildsäulen, nach barbarischer Weise mit gehenkelten (eingestemmten) Armen, in bunten Gewändern und Haaren auf dem Haupt; sie lagen mit den Gesichtern gen Norden, wo der Barbaren Land ist, gewendet. Sobald diese Bildsäulen gehoben und weggenommen waren, brachen wenig Tage darauf die Goten zuerst in Thrazien ein, und ihnen folgten andere Barbaren, von welchen ganz Thrazien und Illyrien überschwemmt wurde. Jene geheiligte Stätte lag zwischen Thrazien und Illyrien, und die drei Bildsäulen schienen gegen alle barbarischen Völker eingeweiht gewesen zu sein. GRIMM, Deutsche Sagen Nr. 371