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| Germanen/Deutsche - Geographie und Geschichte | |
Grön is datt Land,
rot is de Kant,
witt is de Sand,
datt send de Farven vun´t hillige Land.
Der steil aufragende Buntsandsteinfelsen Helgoland ist der Rest einer ehemals größeren Insel und liegt in beherrschender Lage vor Elb- und Wesermündung. An die bis 58 Meter hohe ebene Scholle des Oberlandes schließt im Südosten das Unterland an, etwas abgesetzt im Osten die sandige Düne. Steter Einfluß von Wind und Wasser führt zum allmählichen zerbröckeln der Insel.
Schon der griechische Reisende Pytheas von Massilia erreichte um 325 v. Chr. bei seiner Entdeckungsfahrt nach Norden die Insel, die er Abalus nannte.
Hier siedelten germanische Friesen, die auf der Insel, die sie Fositesland nannten, weil sie dem Gott Fosite geweiht war, der dort sein Heiligtum hatte. Ihm heilig waren Viehherden, die niemand schlachten durfte. Es sprudelte dort eine Quelle, deren Wasser nur schweigend geschöpft werden durfte. Ein anderer Name der Insel war Farria.
Auf diesem Eiland landete zwischen 690 und 714 der hl. Willibrord, der dort ohne Achtung nach Belieben das Vieh schlachtete. Die Einwohner meldeten den Frevel ihrem König Radbod, der darüber erbost drei Tage lang dreimal Lose warf, deren Deutung ihm aber nur die Tötung eines der Begleiter Willibrords ermöglichte. Allerdings stand der Missionar unter Schutz des fränkischen Königs Pippin, den Radbod zu fürchten hatte.
Eine zweite christliche Expedition brachte um 785 den Missionar Liudger nach Fositesland. Bei der Anfahrt soll sich eine dunkle Wolke von der Insel verzogen haben, Heiterkeit kehrte ein und das Evangelium hielt Einzug. Selbstredend wurden alle heidnischen Götzentempel vernichtet. Seitdem soll die Insel Heilig Land, Hêleglend oder Helgoland, heißen.
Die Insel fiel 1714 an Dänemark, 1807 wurde sie von Engländern besetzt. 1890 erhielt das Deutsche Reich die Nordseeinsel in Folge des Helgoland-Sansibar-Vertrages mit England.
Nach der britischen Besetzung Helgolands 1945 hatte Helgoland erhebliche Schäden durch Sprengungen und Bombenabwürfe hinzunehmen, ehe die Bevölkerung ab März 1952 zurückkehren konnte.
Deutschlands einzige Hochseeinsel gehört heute verwaltungsrechtlich zum Landkreis Pinneberg, Schleswig-Holstein.
Hoch aus der Nordsee Fluten hebt sich die Insel Helgoland, deren Name noch im vorigen Jahrhundert gar nicht anders als Heilgeland geschrieben wurde, insula sancta, weil sie vor grauen Zeiten ein Götterheiligtum gewesen. Schon damals mochte der Reimspruch seine Geltung haben:
Grün ist das Land,
Rot ist der Rand,
Weiß ist der Sand,
Das sind die Zeichen von Helgoland.
Als das Heidentum verschwunden war, hatten auf dieser Insel sieben ausgedehnte Kirchspiele Raum. Noch im Jahre 1530 ernährte die Insel, nachdem die Meeresflut längst des Landes größten Teil verschlungen, über zweitausend Bewohner fast ausschließlich durch den Heringsfang. Da kam es einigen Übermütigen bei, die nur geringen Fang getan, einen oder einige Heringe mit Ruten zu peitschen, da schwand auch dieser Segen hinweg, die Insel wurde immer kleiner und immer ärmer, und was vordem Tausende genährt, nährte nun nur noch Hunderte. Die Sage geht, daß das Heilgeland von alters her kein giftiges Tier auf sich dulde. Wegen der Heringe, sagen andere, sei es also gewesen, daß die Helgoländer oft nicht Tonnen und Salz genug für den reichen Segen gehabt, die Heringe seien sogar den Strand hinaufgelaufen, da habe eine alte Helgoländerin, darüber ärgerlich, einmal einen Besen genommen und sie hinuntergefegt, von dieser Zeit an seien sie ausgeblieben.
Aus: Ludwig Bechstein, Deutsches Sagenbuch, Leipzig 1853
Da die elftausend Jungfrauen unter Anführung der heiligen Ursula aus Albion gen Köln zogen, kamen sie auf ihrer Meerfahrt auch nach dem grünen Helgoland und landeten allda, aber die Einwohner verfolgten einige an das Land Gekommene, daß sie nicht wußten, wie sich retten, da eilten sie an den Strand und sprangen auf das Wasser, darin gingen sie nicht unter, sondern es hob sich ein Fels unter ihren Füßen, auf dem sie ruhten, bis ihr Schiff herankam und sie einnahm. Dieser Fels hat davon den Namen Jungfernstuhl erhalten. Um ihn her wurden noch lange Jahre die Fußtapfen der Jungfrauen tief in den Boden eingedrückt ersehen. Aber zur Strafe verwünschten die Jungfrauen alles auf der Insel, außer die Menschen. Da verwandelte sich alles Geräte in Stein. Ein Prediger hat davon lange ein Endchen Wachslicht in Verwahrung behalten, das ganz zu Stein geworden.
Als hernachmals Helgoland dennoch christlich geworden war, hielten seine Bewohner fest am alten Glauben. Da sendete der König einen Mönch, welcher Luthers Lehre angenommen hatte, dorthin, diese Lehre dort zu predigen, aber die Einwohner stürzten ihn von einem Felsen herab in das Meer. Da wuchs ein steinern Gebilde aus der Tiefe, ganz wie ein Mönch gestaltet, und auf der Klippe ging der Geist des Bekehrers um und predigte mit einer Donnerstimme, so lange, bis sich die Leute dennoch zur neuen Lehre bekehrten, dann hatte der Geist Ruhe, aber der steinerne Mönch blieb als ein sonderbares Wahrzeichen stehen.
Aus: Ludwig Bechstein, Deutsches Sagenbuch, Leipzig 1853
Ehedem sollen die Heringe in den Gewässern rings um Helgoland so zahlreich gewesen sein, daß die Fischer kaum genug Fässer und Salz zur Lagerung ihres Fangs hatten. Einmal sollen die Heringe sogar den Strand hinaufgelaufen sein, doch hatte sie eine darüber verärgerte alte Helgoländerin mit dem Besen fortgefegt, woraufhin es mit dem Segen ein Ende hatte. (MÜLLENHOFF Anm. zu Nr. 202, n. HUBRICH-MESSOW, 122)
Einer Sage nach soll der Teufel Helgoland von Norwegen hergeholt haben. (MÜLLENHOFF Nr. 428, n. HUBRICH-MESSOW, 117)
Der in Nordfriesland wirkende Pastor Jürgen Spanuth (gest. 1998) meinte nachweisen zu können, die in der Edda beschriebene Königsburg Asgard sei Basilea gewesen, die untergegangene Königsinsel des sagenhaften Reichs der Atlanter. Es habe zwischen Helgoland und Eiderstedt gelegen und die Gesteinsfelder am Meeresgrund könnten Trümmer jener einstigen Hochkultur sein, die noch ihrer Wiederentdeckung harren (siehe Atlantis).