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| Germanen - Stämme | |
(Langbärte ältere Eigenbezeichniung Winniler) Ein germanischer Volkstamm, der zunächst an der Elbe siedelte (Hermionen) und nach eigener Überlieferung ursprünglich aus Skandinavien stammte.
Der Römer TACITUS (um 55 bis 120) bemerkte zu den Langobarden, die er den Sueben zurechnete, anerkennend, diese seien wegen ihrer geringen Anzahl berühmt, trotz der sie sich zwischen übermächtigen Stämmen behaupten konnten. (Germania, 40)
Erwähnung finden sie zur Zeit der Markommannenkriege (166 n.), als einige tausend Ubier und Langobarden in Pannonien eindrangen, von den Römern aber zurückgeschlagen wurden.
Sie sollen sich im Gebiet der westlichen Altmark (heute im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt) niedergelassen, die Gegend aber schon ab dem dritten, verstärkt im vierten Jahrhundert wieder verlassen haben. Das Gros zog entlang der Elbe gen Süden, sich ihnen anschließende Stämme verstärkten den Zug. Andere Langobarden drangen in Richtung Limes, wo sie mit anderen Stämmen zu Alamannen und Bajuwaren verschmolzen und wieder andere werden an der Elbe verblieben sein.
Während ihrer Wanderung nach Süden nahmen die Langobarden um 500 das Christentum an, sie bekannten sich zum Arianischen Bekenntnis. Sie zogen durch Böhmen und Mähren, Österreich und Ungarn und wurden 568 unter ihrem König Alboin Bündnispartner von Ostrom (Byzanz). Das eröffnete den Langobarden den Weg zum Einfall in Norditalien (580 Plünderung des Klosters Monte Cassino (Benediktiner) durch die Langobarden). Die norditalienische Landschaft Friaul wurde langobardisches Herzogtum, die Lombardei (von Langobarden) wurde Königreich.
Schon wegen ihres Arianismus mit Rom im Gegensatz stehend, war ihre Nachbarschaft nicht frei von Konflikten, doch schwörten sie der Lehre im Jahre 680 ab und wurden katholisch; ihre Bekehrung wird auch schon in die Zeit des Pontifikats Papst Gregors gelegt. Besonderen Anteil daran soll Königin Theodelinde (gest. 627) gehabt haben, die ihren Sohn Adaloald katholisch taufen ließ und der dann erster katholischer Langobardenkönig wurde.
Im 8. Jahrhundert kam es zu einem Bündnis der Franken mit Rom und 774 unterlagen die Langobarden unter ihrem König Desiderius den Truppen Karls des Großen. Karl nannte sich fortan König der Franken und Langobarden, doch blieben einige Fürstentümer nominell selbständig, bis sie im 11. Jahrhundert von Normannen erobert wurden.
Die Langobarden wirkten kulturell bedeutsam weit ins Mittelalter hinein, besonders in christlich-langobardischer Kunst und auf rechtlichem Gebiet.
Ein bedeutender Missionar aus dem Stamm der Langobarden war Wulfilaich.
Die langobardische Schrift meint die Ausprägung der vom 5. bis 11. Jahrhunderts in Oberitalien (Langbard, Padania) verwendeten Lateinschrift.
Einer Sage nach hießen die Langobarden zunächst Winniler. Damals lagen sie im Streit mit den benachbarten Vandalen, die von ihnen Tribute forderten. Als die Winniler nicht zahlen wollten, forderten sie die Langobarden zur Schlacht. Die Winniler waren an Zahl weit unterlegen und guter Rat teuer. Man wandte sich an die Seherin Gambara, welche die Göttin Freya befragte. Diese riet, man solle die Frauen sich ihr langes Haar vor das Kinn binden und die vor das Heer stellen. Wodan hatte nämlich beschlossen demjenigen Stamm den Sieg zu schenken, dessen Namen er am Morgen vor der Schlacht zuerst nennen werde. Als er nun auf die Schlachtreihen hinabblickte, fragte er etwas überrascht, wer denn diese Langbärtigen dort seien. Damit war der Sieg der Winniler — von nun an Langobarden — sicher und die Vandalen ließen sie fortan unbehelligt.