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Pommern

-- Artikel in sammelnder Vorbereitung --

(slaw. Pomorje, „Küstenland”; poln. Pomorze) Dieses Küstenland erstreckt sich im Norden der Norddeutschen Tiefenebene entlang der Ostseeküste von der Halbinsel Darß im Westen bis Rixhöft im Osten. Von der Mündung der Oder wird Pommern in das westliche Vorpommern (Westpommern) und das östliche Hinterpommern (Ostpommern) geteilt. Das Binnenland ist von dem sich von Osten nach Westen erstreckenden, seenreichen, bewaldeten und bis 256 Meter aufragendem Baltischen Höhenrücken bestimmt. Der Madüsee, der Dratzigsee, der Vilmsee und der Große Lübbesee sind die größten Seen der Pommerschen Seenplatte. Östlich der Oder finden sich große Strandseen, welche der ständig die Ostseeküste entlangwandernde Sand gebildet hat. Im Westen ist die Boddenküste landschaftsprägend. Ihr vorgelagert sind mit Rügen, Usedom und Wollin drei große Inseln, wobei Rügen die Westgrenze der Pommerschen Bucht vor Usedom und Wollin markiert.

Die Oder mit dem Stettiner Haff in ihrem Mündungsgebiet ist ein natürlicher Teiler Pommerns und bot dem an ihr gelegenen Stettin, sich zur größten Stadt Pommerns und dessen Hauptstadt zu entwickeln. Etwas westlich von ihr verläuft seit 1945 die politische Grenze, dernach Hinterpommern nach dem Zweiten Weltkrieg an Polen ging.

 

Geschichte

Die ersten geschichtlichen Bewohner des Gebietes waren Germanen. Diese räumten zur Zeit der Völkerwanderung ihre Siedlungen und zogen in günstigere Gefilde. Etwa ab 600 folgten ihnen slawische Stämme und nannten das Land Pomorje („Küstenland”). Früh hatten sie in Julin-Wollin einen bedeutenden Handelsplatz. Nicht nur sie, denn Zeugnisse einer skandinavischen Siedlung aus dem 9./10. Jahrhundert fanden sich bei Menzlin (Landkreis Ostvorpommern), wo man eine Schiffssteinsetzung ausgraben konnte.

Etwa ab 1100 regierten hier zwei Fürstenhäuser. das eine über das „Slawien” genannte Pommern mit Stettin, das andere das spätere Pomerellen mit Danzig.

Die Christianisierung setzte 1128 ein, als Herzog Wartislaw dem Missionar Otto von Bamberg den Weg ebnete. 1140 gründete Otto das Bistum Wollin, dessen Sitz später nach Cammin verlegt wurde.

„Wendenkreuzzug” nennt man einen Eroberungszug, den mehrere deutsche Fürsten (darunter Heinrich der Löwe, Konrad von Zähringen, Albrecht der Bär, Konrad von Meißen) 1147 zeitgleich zum zweiten Kreuzzug gegen die in Mecklenburg und Pommern siedelnden Westslawen (früher auch unterschiedslos Wenden genannt) unternahmen. Dieses Unterfangen blieb ohne nachhaltigen Erfolg für die Angreifer.

1181 erhielten die pommerschen Fürsten, die den Linien Demmin und Stettin entstammten, die Anerkennung als Reichsfürsten.

Greif als Wappentier der Herzöge von Pommern
Das Wappen der Herzöge von Pommern ist seit Bogislaw II. (1214) der Greif. Dieser Greif ist heute nebst dem Bullen von Mecklenburg und dem Adler Brandenburgs Bestandteil des Wappens des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, außerdem etlicher Städte und Gemeinden Pommerns (Swinemünde).

Den gemeinsamen Namen Pommern führt die Region, nachdem Slawien 1317 die pommerrellischen Gebiete von der Leba bis zum Gollenberg bei Köslin gewinnen konnte und Pommern nun den Namen Slawien zu ersetzen begann.

1534 schloß sich Pommern der Reformation und war im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) Schauplatz der Verwüstung. Daran erinnern noch heute die bitteren Verse des Kinderliedes:

„Maikäfer flieg,
der Vater ist im Krieg.
Die Mutter ist im Pommernland,
Pommernland ist abgebrannt,
Maikäfer flieg.”

1529 hatte der Herzog von Pommern mit dem Markgrafen des benachbarten Brandenburg einen Vertrag geschlossen, demnach Brandenburg Pommern erben solle, sobald das Haus der Herzöge von Pommern ausstürbe. Dieses Ereignis trat während des Dreißigjährigen Krieges ein, als Bogislav XIV. ohne einen Thronfolger hinterlassen zu haben verstarb. Der Markgraf von Brandenburg schickte sich sogleich zur Inbesitznahme Pommerns an, doch mißfiel das dem Schwedenkönig, der Pommern besetzte. Er konnte aber nicht das gesamte Gebiet halten und willigte 1648 in den Vertrag von Münster und Osnabruck („Westfälischer Friede”) ein, der Hinterpommern an Brandenburg wies, Vorpommern nebst Rügen, Stettin, Gollnow und die Odermündungen an Schweden. Das beendete den Streit nicht dauerhaft, 1720 trat Schweden das vorpommersche Gebiet zwischen Oder und Peene an Preußen ab, 1815 mußte es ihm auch das übrige Pommern überlassen. Pommern war seither eine preußische Provinz mit den Regierungsbezirken Köslin, Stettin und Stralsund. 1938 kam noch der Nordteil der Grenzmark Posen-Westpreußen als Regierungsbezirk Schneidemühl hinzu.

Der Zweite Weltkrieg brachte Pommern Verheerung wie weiland der Dreißigjährige Krieg. Im Januar 1945 waren östlich der Oder nurmehr eine Million Einwohner zurückgeblieben, welche größtenteils vertrieben wurden. Bei dieser Zwangsumsiedlung verloren etwa eine halbe Millionen Menschen ihr Leben oder sind seither verschollen. Der Osten Pommerns wird seither von Polen regiert. Im Westen hatten nach dem sowjetischen Besatzungsregime Kommunisten die Regierungsstellen inne, im Zuge der Auflösung des Landes Preußen und der Etablierung erst der SBZ und dann der DDR war Pommern als Name eines politischen Gebildes verschwunden.

Seit der Vereinigung der Bundesrepublik mit der DDR ist Westpommern ohne Stettin Teil des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern (Kreis Ostvorpommern). Auf die Vereinigung mit den unter polnischer Verwaltung stehenden Teilen Hinterpommern und Stettin hatte die Regierung Kohl 1990 verzichtet.

 

Die wichtigsten Flüsse Pommerns sind neben der Oder Peene, Uecker, Rega, Persante, Wipper, Stolpe, Lopow und Leba.

Wichtige Städte sind Stettin, Stralsund, Stolp, Schneidemühl, Stargard, Köslin, Kolberg, Greifswald, Swinemünde.
Weitere sind Wolgast, Treptow, Wollin

Inseln vor der pommerschen Küste: Usedom, Wollin, Gristow

 

Pommernlied

Wenn in stiller Stunde Träume mich umwehn,
bringen frohe Kunde Geister ungesehn,
Reden von dem Lande meiner Heimat mir
Hellem Meeresstrande, düster’m Waldrevier.

Weiße Segel fliegen auf der blauen See,
weiße Möwen wiegen sich in blauer Höh,
Blaue Wälder krönen weißer Dünen Sand
Pommernland, mein Sehnen ist dir zugewandt.

Aus der Ferne wendet sich zu dir mein Sinn,
Aus der Ferne sendet trauten Gruß er hin.
Traget, laue Winde Meinen Gruß und Sang
Wehet leis und linde Treuer liebe Klang.

Bist ja doch das eine auf der ganzen Welt
Bist ja mein, ich deine Treu dir zugestellt,
kannst ja doch von allen die ich je gesehn
mir allein gefallen Pommernland, so schön.

Jetzt bin ich im Wandern bin bald hier, bald dort.
Doch aus allem andern treibts mich immer fort
Bis in dir ich finde meine Ruh send ich meine Lieder
Dir, O Heimat, zu!