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| Germanen - Stämme und Geschichte | |
Dieser zu den Ostgermanen gehörende Stamm saß im Gebiet zwischen Oder und Weichsel, außerdem auf der Insel Rügen (vgl. Name).
Im Zuge der Völkerwanderung bewegten sich die Rugier im 4. Jahrhundert im Anschluß an die Goten gen Süden. Im Gebiet der nördlichen mittleren Donau setzten sie sich fest, ehe sie vom Hunnenkönig Attila besiegt wurden und erneut auf Wanderschaft gezwungen wurden, die sie ins heutige Niederösterreich verschlug, wo sie links der Donau ein Reich begründeten, das aber 487/88 durch Odoaker zerstört wurde. Die Rugier gingen daraufhin in den Ostgoten auf und mit denen 553 unter.
Eine Königin der Rugier namens Giso soll um das Jahr 500 zwei Schmiede gefangengehalten haben, die ihr Schmuck anzufertigen hatten. Endlich vermochten die Schmiede den Sohn der Königin zu fangen und konnten gegen dessen Freilassung entkommen. Aus diesem Stoff und unter Hinzunahme griechisch-römischer Sagen (Vulcanus bzw. Hephaistos, Dädalus) soll das Wölundlied (s. a. Wieland) der Edda entstanden sein (GENZMER, in: Die Edda, Nr. 31)
Ob die Rugier nach Rügen heißen oder umgekehrt, ist ungewiß. Rugievit nannten jedenfalls die Slawen einen Gott.