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| Germanen - Geographie und Geschichte | |
(viell. von sahsnotas Schwertgenossen) Ein westgermanischer bzw. deutscher Volksstamm.
Einer sagenhaften Überlieferung zufolge wuchsen die Sachsen einst samt ihrem König Aschanes (Askanius) nahe einem Springbrünnlein aus einem Harzfelsen heraus. Ein unter Handwerkern einst verbreiteter Reim soll darauf anspielen:
Darauf so bin ich gegangen nach Sachsen,
wo die schönen Mägdlein auf den Bäumen wachsen;
hätt ich daran gedacht,
so hätt ich mir eins davon mitgebracht.
Der Name der Germanen soll nach AVENTIN in diese Sinne von lat. germinare, auswachsen, abzuleiten sein, weil die Deutschen auf den Bäumen gewachsen sein sollen. (GRIMM, Nr. 408)
Nach einer anderen Sage waren die Sachsen weiland Männer Alexanders des Großen. Als der gestorben war, teilten vier der Seinen sein Reich unter sich auf, die übrigen zogen weiter.Einige von ihnen erreichten mit Schiffen die Elbe und gelangten in das Gebiet der Thüringer. Es kam zum Krieg und bei einer Unterredung mit dfen Thüringern zogen die Sachsen ungetreu getreu große Messer gegen die Thüringer; nach jenen Messern heißt man sie Sachsen. Ihr wankeler Mut tat den Römern Leids genug; sooft Cäsar glaubte überwunden zu haben, standen sie doch wieder gegen ihn auf. (n. GRIMM, Nr. 409)
Es gibt noch weitere, ähnliche Sagen.
Die Niedersachsen saßen ursprünglich nördlich der Elbe, von wo sie während des 3. und 4. Jahrhunderts n. Chr. nach Westen und Süden zogen, wo sie das Gebiet der Chauken und der Angrivarier eroberten. Sie breiteten sich über das ganze heutige Nordwestdeutschland aus, einzig Friesland blieb ausgespart. Weiter südlich gewannen sie sich auch die zuvor den Thüringern gehörenden Harzlande.
Die Sachsen, welche mit den Angeln und Jüten im 4./5. Jahrhundert nach Britannien übersetzten vermengten sich dort zu den Angelsachsen, dem Stamm der heutigen Engländer. (Die grimmsche Sage Ankunft der Angeln und Sachsen siehe unter Angelsachen)
Der Stamm gliederte sich zur Zeit der größten Ausdehnung in Westfalen, Engern, Ostfalen und Nordalbingier (Holstein), die ein gemeinsames Stammesherzogtum endete. Unter Widukind unterlagen sie den Franken unter Karl (772-804, mal der Große, mal der Sachsenschlächter genannt). Sie mußten sich unterwerfen und zwangsweise das Christentum annehmen. Als dessen Karolingerreich zerfiel, kam es gegen Ende des 9. Jahrhunderts zur Bildung des sächsischen Stammesherzogtum der Liudolfinger, deren Haus zwischen 919-1024 den deutschen König stellten (Ottonen).
Wichtige Herrscher des sächsischen Stammesherzogtums waren Lothar von Supplingburg (1106 bis 1137) und der Welfe Heinrich der Löwen (1130-1180), mit dem zunächst die Kolonisation Ostdeutschlands erfolgreich verlief.
1164 eroberte Heinrich der Löwe von Sachsen das Gebiet Mecklenburgs bis an die Peene. Die Herrschaft Heinrichs des Löwe endete, nachdem er sich mit dem Kaiser überworfen hatte und gestürzt wurde.
Mit ihm endete die Herrschaft dieses Fürstenhauses und ging auf die Askanier über, die das Herzogtum in Lauenburg und Wittenberg teilten.
1423 wurde der Wettiner Friedrich der Streitbare, Markgraf von Meißen Kurherzog von Sachsen.
Die im 12. und 13. Jahrhundert nach Transsilvanien, während der Römerzeit das östliche Dacia, ausgewanderten Deutschen bezeichnet man nach dem deutschen Wort für jene Gegend Siebenbürger Sachsen. Andere als Sachsen bezeichnete Deutsche sind die seit dem 13. Jahrhundert in der Hohen Tatra/Slowakei siedelnden Zipser Sachsen.
Zum Land Sachsen heißt es in den Regestae hist. Westfaliae Nr. 102 zum Jahre 696: Sachsen ist ein Dreieck, dessen eine Ecke bei Emmerich, die andere im Lande Hadeln, die dritte am Zusammenfluß von Elbe und Saale. Von Ecke zu Ecke sind es 8 Tage. (zit. n. RITTER-SCHAUMBURG, 79)
Die Ordensprovinz Sachsen ist eine Einteilung des Dominikanerordens.
Der um 1260 geborene Dominikaner Meister Eckhart wurde 1304 zum ersten Provinzialprior der neuen Ordensprovinz Sachsen ernannt. (BAIGENT u. LEIGH, 197)
Anhänger besonders der theologischen Linie Philipp Melanchthons nennt man Philippisten. Philippistische Kurräte wurden 1574 als Verräter der lutherischen Tradition Kursachsens inhaftiert und Wittenberger Theologen vertrieben.
In Kursachsen gabe es —deutschlandweit betrachtet — relativ wenig Hexenprozesse. (DAXELMÜLLER, 182)