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| Deutsche Sagen - Pommern | |
Swinemünde gehört staatlich seit nach dem 2. Weltkrieg zu Polen, offizieller Name ist heute Swinoujscie. Der Ort hatte im Jahre 2002 rund 45.000 Einwohner und liegt beiderseits des Ausgangs (Swine) des Stettiner Haffs in die Pommersche Bucht / Ostsee, wobei der größere Teil auf der Insel Usedom, der kleinere auf Wollin liegt.
Swinemünde mit seinem Sandstrand ist seit längerem Kurbad, ebenso wie das benachbarte Ahlbeck auf deutschem Staatsgebiet.
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Einst war in Swinemünde ein Puck heimisch.
An der Ecke der Königsstraße in Swinemünde stand ein kleines Haus, dessen Besitzer ein wohlhabender Mann war, dem alles nach Wunsch verlief. Das hatte er dem Puck zu verdanken, der in dem Haus wohnte. Nach ihm baute ein Bäcker dort ein steinernes Haus mit neuem Gebälk, er soll es im Leben nicht recht froh gewesen sein. Demjenigen aber, der das alte Gebälk gekauft und in seinem Haus in der Lootsenstraße verbaut hatte, ging es von Stund an gut. Daß es sich bei dem Segenspender um den Puck handelte, entdeckten später Kinder, die auf dem Boden des Hauses ein kleines Männchen mit großem aufgekrempten Hut und roten Röckchen sitzen sahen. (KUHN u. SCHWARTZ, S. 17)
In Swinemünde hieß es einst, auf dem Kalkberge unweit der Bohlbrücke bei Swinemünde habe sich gelegentlich eine weiße Frau mit einem großen Bund Schlüssel gezeigt. Einmal erblickte diese ein Mann aus Swinemünde, als die weiße Frau gerade im See Wäsche wusch. Er rief Gott helf, worauf die Frau sehr zornig wurde, denn hätte er Gott helf uns allen gerufen, dann wäre sie erlöst gewesen. Wütend warf sie dem Mann ihr Schlüsselbund ins Genick, wovon der drei Tage später verstarb. (mündl. aus Swinemünde, KUHN u. SCHWARTZ, S. 29)
Eine weitere Sage aus Swinemünde erzählt, daß sich dort in dem Graben an der Bohlbrücke häufig eine Seejungfer zeigte, welche ein rotes Gewand trage und fröhlich in die Hände klatscht und lacht, wenn ein Mensch die Brücke passiert. (KUHN u. SCHWARTZ, S. 12).
Auf dem Golm bei Swinemünde ließ sich immer am Johannistag (24. Juni) eine Frau mit Schlüsselbund sehen, die wie erwähnte weiße Frau ihrer Erlösung harrt, anders als jene allerdings schwarz war. (mündl. aus Swinemünde, KUHN u. SCHWARTZ, S. 29)
Am Johannistage kam einmal eine arme Frau auf den Berg, die sammelte trockene Buchnüsse, und als sie nach Hause kam, hatte sie die ganze Kippe voll von Goldstücken. (mündl. aus Swinemünde, KUHN u. SCHWARTZ, S. 30)
Ein ander Mal kamen ein Paar Mädchen am Johannistage auf den Berg, und es war gerade der Geburtstag der einen. Als sie nun aber oben waren, kam ihnen alles ganz verändert vor, und sie sahen sogar ein Haus stehen, durch dessen Fenster sie einen alten Mann mit langem Barte erblickten, der eifrig mit Geldzählen beschäftigt schien. Als sie ein Paar Schritte weiter gingen, sahen sie in der Ferne eine schwarze Frauengestalt auf sich zukommen, die ihnen freundlich winkte und auf ein Loch im berge zeigte; erst glaubten sie fast, es sei eine Nachbarin, und gingen näher, aber alsbald erkannten sie ihren Irrthum und wollten umkehren. Da verwandelten sich die Züge der Frau und waren schrecklich anzusehen, sie wuchs gewaltig von der Erde empor, ihr langes schwarzes Haar flatterte im Winde und nun flog sie gar durch die Luft daher auf sie zu. Da flohen sie eilig von dannen, den steilen Berg hinunter, aber die schwarze Frau brauste stets hinter ihnen her und ließ erst vom Verfolgen ab, als sie unten auf der Wiese ankamen. (ebd.)
Ähnlich erging es einem Mann, der auf dem Berg gleichfalls eine Höhle vorfand. In dieser erblickte er Gold und Silber in Hülle und Fülle, womit er seine Taschen stopfte. Als ihm aber die schwarze Frau bedeutete, er solle näher kommen, packte ihn das Grauen und er floh eiligst aus der Grotte, die sich hinter ihm krachend schloß. Noch lange danach soll aus dem Innern ein Gejammer zu hören gewesen sein. (ebd.)
Aus Swinemünde ist auch eine Sage vom Fang einer Mahrt (ein weibl. Nachtgeist) überliefert. (KUHN u. SCHWARTZ, S. 16)
Noch eine Sage erzählt, wie ein Mann nach dreifachen Umgang um die Kirche von Swinemünde eine schwarze Katze gegen einen Hecketaler eintauschen konnt. (KUHN u. SCHWARTZ, S. 24)
Nicht immer unproblematisch war der Sage nach das Verhältnis der Swinemünder zu den Bewohnern des Nachbardorfes Westswine.
Ein in Swinemünde ansässiger Schwede erzählte von einem Maitagshorn, das bei Rönneby zu Walpurgis bei der Hexenversammlung in Gebrauch war.