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 Germanen - Geographie und Geschichte
 
 

Thüringen

Der Stammesverband der Thüringer, die Herkunft des Namens ist unklar, bildete sich ab ca. 200 n. Chr aus Hermunduren, Warnen (aus Holstein, nicht zu verwechseln mit dem Göttergeschlecht der Vanen) und Angeln.

Als es an den Küsten von Nord- und Ostsee zu einer Verschlechterung des Klimas kam, brachen die dort siedelnden ingwäonischen (ostgermanischen) Stämme der Angeln und Warnen gen Süden auf, wo sie im Raum des heutigen Thüringen auf ansässige Hermunduren trafen.

Wenngleich es zu vereinzelten Scharmützeln gekommen sein mag, wird von einem insgesamt friedlichen Einsickern der nördlichen Stämme ausgegangen. Als ein Anzeichen dafür gilt die Benennung eines Königs der Thüringer, er entstammte Anglo-Warnischen Adel, nach einem 300 Jahre zuvor lebenden Fürsten der Hermunduren.

Die Thüringer bildeten als einzige östlich des Rheins und nördlich der Alpen siedelnde Germanen ein Königtum aus.

Weitere Stärkung brachte Chlodwig sein Bündnis mit Theoderich dem Großen, dem König der Ostgoten und Herrscher Italiens, dem er seine Schwester zur Frau gab. So in seiner Herrschaft gefestigt konnte Chlodwig den Waffengang mit den Thüringern wagen und 496 noch die Alemannen besiegen. (GRABOIS, 136)

Im sechsten Jahrhundert eroberte der Merowinger Chlothar I. (498 bis 561), seit 511 König des fränkischen Teilreichs um Soissons, seit 555 König des gesamten Frankenreiches, Thüringen und Burgund.

Heute ist der Freistaat Thüringen eines der 16 Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland, Landeshauptstadt ist Erfurt.
In Thüringen liegt auch die Stadt Weimar, berühmt durch das Wirken Goethes, Schillers und etlicher weiterer Geister („Weimarer Klassik”) sowie als Namensgeberin der „Weimarer Republik” (so nennt man das Deutsche Reich in seiner Verfassung von 1919 bis 1933, weil in Weimar die ersten Reichstagsabgeordneten gewählt wurden).