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 Deutschland - Brandenburg
 
 

Uckermark

(Ukermark) Die fruchtbare Moränenlandschaft der Uckermark erstreckt sich im nördlichen Brandburg zwischen der Havel und der oberen und mittleren Uecker.

Hauptort des heutigen Landkreises Uckermark, nach Fläche größter der Bundesrepublik Deutschland, ist Angermünde. Nach Ersterwähnung ältester Ort der Uckermark insgesamt ist Gramzow.

-- Artikel in sammelnder Vorbereitung --

Wie überall im norddeutschen Raum erzählen Sagen von einem früheren Geschlecht von Hünen, welche vor den Menschen in dieser Gegend geherrscht hätten und von denen die zahlreichen Hünenandenken zeugen.

Von einigen der vielen Seen in der Uckermark heißt es, in ihnen seien einst Städte versunken. Ein Mann soll einst auf nächtlicher Wanderung in die Teufelsberge geraten sein. Dort führte ihn etwas in eine große schöne Stadt, welche er noch nie gesehen hatte. Er wurde wieder herausgeführt und als er sich umsah, erkannte er dicht vor sich den großen Plagesee. Im großen Paarstein soll eine Stadt untergegangen sein, welche Fineten* oder Veneden geheißen habe. Davon soll später ein Stück Land den Namen venedischer Kirchhof getragen haben. Auch im Werbellin soll eine Stadt versunken sein. (n. KUHN u. SCHWARTZ, S. 41)
*vgl. den sehr ähnlichen Namen Vineta

In einem Wald zwischen Oderberg und Brodewin soll einmal ein großer Stein gelegen haben, den man den Pfannenstein nannte. Ein Hirt, der jeden Morgen seine Herde am Pfannenstein vorbeitrieb, fand regelmäßig neun Pfennige auf ihm. Einmal sandte der Hirt krankheitsbedingt einen Verteter aus, denm er auch zur Abholung der neun Pfennige ermutigte. Der fand dort aber nichts, setzte sich darum mißmutig auf den Pfannenstein und verunreingte ihn. Er erntete von unsichtbarer Hand einige gewaltige Maulschellen, seither hatte man dort aber keine Pfennige mehr gefunden. (n. KUHN u. SCHWARTZ, S. 41)

Auf der Grenze zwischen dem Dorfe Lunow und dem Amt Neuendorf steht der Altarstein, ein Granitblock von vier Fuß Höhe und etwas geringerer Breite, in den die Inschrift Ao. 1602. AS. LVN. eingemeißelt ist. An jener Stelle soll die Glocke von Lonow gegossen worden sein. Der Glockengießermeister habe einige Schwierigkeiten gehabt, zum Guß die rechte Glockenspeise zu treffen. Also begab er sich nach Oderberg, um fehlende Zutaten zu holen. Unterdessen habe sein Lehrjunge den Guß gewagt und es sei dem auch gelungen. Als der Meister zurückkehrte, wurde er darüber zornig und erschlug den Gesellen. Zum Andenken daran habe man den Stein gesetzt und ihn mit der Geschichte beschrieben, die dabei verwendete Schrift habe aber niemand entziffern können. (n. KUHN u. SCHWARTZ, S. 45)

„Den alten Schlippenbach, der in der westlichen Uckermark viele Güter besaß, hat man vor alter Zeit viel mit der wilden Jagd umherziehen sehen. So kommt auch einmal ein Bauer aus Schönermark, als er abends von Schapow zurückfährt, beim Weinberg vorüber, da sieht er den alten Schlippenbach mit allen seinen Jägern und vielen fremden Herren um große Tische sitzen, und auf den Tischen standen Braten und allerlei Gebäck die Hülle und Fülle, und da ward gegessen und getrunken nach Herzenslust und auch Karte wurde gespielt und der alte Schlippenbach hatte sie grad in der Hand und gab jedem der Reihe nach. Wie das der Bauer sah, sagte er: „Spielt´s gut, meine Herren?” Da blickte der alte Schlippenbach auf, sah den Bauer, nahm eine Schüttgabel und reichte ihm eine Ochsenkeule hin, sagend: „Hast du mit helfen spielen, mußt du auch helfen essen!” Der Bauer aber fiel vor Schreck rücklings über in den Wagen und war fast halbtot, als die Pferde mit ihm in Schönermark ankamen. Erst allmählich kam er wieder zu sich und konnte erzählen, wie es ihm ergangen sei.” (n. KUHN u. SCHWARTZ S. 63). Nach A. KUHN ist hier deutlich ein Mahl in Walhalla mit üblicher Völlerei und Spiel beschrieben. (ebd., S. A. 63)

 

Der Mann im Monde

Eine in der Uckermark weit verbreitete Sitte ist es, am Weihnachtstage einen Schweinskopf mit Grünkohl zu verzehren. Das wollte auch einmal ein Mann tun, dem es aber an Grünkohl fehlte. Er stahl darum bei seinem Nachbarn ein paar Köpfe, wurde aber, weil er das hohe Fest so verunheiligt, vom Herrn in den Mond versetzt, wo er noch immer ist. Man sagt daher:

„All’ Weihnachtsabend rührt er sich
Und schreit aus voller Kehlen,
Ach Herr! ach Herr erbarme dich,
Ich will ja nicht mehr stehlen.”

Nach anderen war jener Mann ein Dieb, der nachts in einer Scheune stehlen wollte. Weil der Mond so hell durch die Löcher im Dach in die Scheune schien, wollte er Erbsenstroh in diese Okern stopfen. Gott hatte ihn aber schon gesehen und setzte ihn mit dem Bund Erbsenstroh in den Mond. (mündl. v. e. Gärtner aus Gramzow u. e. Bauer aus Mürow, n. KUHN u. SCHWARTZ, S. 54)

In der ganzen Ukermark riet man, während der Zwölften, besonders aber zu Weihnachten, solle man grünen Kohl, einen Schweinskopf und Lungenwurst essen. (KUHN u. SCHWARTZ, C. 161)

-- Artikel in sammelnder Vorbereitung --

Orte: Angermünde (PLZ 16278), Blankenburg (PLZ 17291), Boitzenburg (17268), Chorin (PLZ 16230), Ellingen (PLZ 17291), Fürstenwerder (PLZ 17291), Hardenbeck (PLZ 17268), Hetzdorf, Gemeinde Uckerland (PLZ 17337), Jagow, Gemeinde Uckerland (PLZ 17337), Gramzow (PLZ 17291), Prenzlau (PLZ 17291), Lützow (bei Gramzow), Lunow (PLZ 16835), Mürow (PLZ 16278), Schwedt (PLZ 16303), Templin (PLZ 17268), Weggun (PLZ 17290), Wichmannsdorf (PLZ 17291).

Seen: Paarstein