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| Germanische Mythologie | |
(Gialp, Heulerin) Die Töchter des Riesen Geirröd, die beiden den Thor zu töten versuchten.
Als Thor mit dem Loki unbewaffnet nach Geirrödargard zog, kehrte er zunächst bei der Riesin Gridr ein, der Mutter seines Onkels Widar. Gridr warnte ihn vor dem Riesen Geirröd und gab ihm ihre Stärkegürtel, Eisenhandschuhe und ihren Stab Gridarwölr. Mit diesem Stab suchte Thor den Wimur zu überqueren, den größten Fluß der Welt. Doch als er inmitten des Wimur watete, schwoll der Strom plötzlich an. Thor erblickte die Riesin Gjalp, die quer über den Fluß stand und die Flut verursachte. Rasch nahm er einen Stein und warf den zielgenau in diese Quelle der Fluten und konnte sich mit knapper Not an einem Sperberbaumstrauch ans andere Ufer retten (Skaldskaparmal, 60).
Glücklich bei Geirröd angekommen stellte Thor fest, daß der Stuhl, auf dem er Platz genommen hatte, gegen die Decke gehoben wurde, und dem Asen Zerquetschung drohte. Er stemmte sich mit dem Stab Gridarwölr gegen die Decke, womit er den Stuhl zurückwuchtete. Unter sich vernahm er Krachen und Geschrei — das waren Gjalp und Greip, die den Stuhl angehoben hatten und die nun mit gebrochenen Rückgraten darniederlagen (Skaldsk., 60).
Die enorme Flut des Wimur soll durch das Menstruationsblut der Gjalp verursacht worden sein (COTTERELL, 193). Nach WALKER badete Thor in der Blutung der Riesin als einer Art Initiation. Die Riesin (die Riesen sind älter als die Götter) verkörpere die oberste Matriarchin, die vor der Machtergreifung der Asen geherrscht hätten und Thor mußte durch dieses Bad, ehe er das magische Land der Erleuchtung und des ewigen Lebens erreichen und die Riesinnen überwinden konnte (Das geheime Wissen der Frauen, 699).
Gjalp und Greip heißen auch zwei der neun Ägirstöchter (Hyndlalied, 35).