| < zurück | |
| Germanische Mythologie | |
(Gullinborsti, Goldborste, Sildrugtanni) In der nordischen Mythologie der Eber des Gottes Freyr.
Der Eber Gullinbursti, der goldene Borsten und die Schnelligkeit eines Pferdes hatte, wurde vom Zwergen Sindri geschaffen, sein Bruder Brock übergab ihn dem Freyr. Dazu hatte Sindri eine Schweinshaut in die Esse gelegt, Brock blies das Feuer an und ließ auch nicht davon ab, als ihn eine Fliege stach. Endlich kam Sindri wieder und ein Eber mit goldenen Borsten war entstanden (Gylfaginning, 49).
Seine goldenen Borsten erhellen die Nacht, wenn Freyr auf Gullinborsti durch die Finsternis reitet (Edda, Skaldskaparmal, 61) oder sich von dem Eber, dessen Name auch Sildrugtanni lautet, in seinem Wagen ziehen läßt (ebd.).
Einen goldenen Eber besaß auch die Göttin Freyja, er hieß Hildeswin (Hyndlalied, 7).
Im Brauchtum Schwedens werden zur Julzeit kleine Kuchen in Ebergestalt, die den Gullinborsti darstellen (GRIMM, Deutsche Mythologie, I., 176f.).
Gullborst ist auch volkstümlicher Name des Krautes Eberwurz (Deutsche Mythologie, III., 76).