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| Germanische Mythologie | |
(Heimdallr, nord. der Hellerleuchtende, auch Iring, Rig) Ein Schutzgott der nordischen Mythologie und Gott des morgendlichen Sonnen- und Tageslichtes. Heimdall ist Sohn von gleich neun Müttern, den Aegirstöchtern und Odin, dem höchsten Gott der Asen.
Heimdall wohnt in der Himingbjörg (Himmelsburg), die an des Himmels Ende steht, da wo die Brücke Bifröst in den Himmel reicht (Gylfaginning, 17).
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Im Munde trägt er Zähne aus Gold, auch der Name seines Pferdes, Gulltoppr (Goldzopf), deutet auf dieses Material hin.
Heimdall wird dafür gepriesen, dieser hellste der Asen sei weise wie die Vanen (Thrymsk., 15).
Wie Balder ist Heimdall ein gütiger und lichter Gott.
Er ist Wächter der Götter und hütet die himmlische Brücke des Regenbogens Bifröst.
Loki verspottet diese Aufgabe in seinen Zankreden:
48 Loki:
Schweig doch, Heimdall!
Dir ward ein häßlich Geschick
in der Urzeit auferlegt,
da mit nassem Buckel
du nächtlich stehn
und Walhall bewachen mußt.
Lokasenna, zit. n. GENZMER, 100
Sein Horn Gjallarhorn liegt unter Yggdrasils Wurzel bewahrt. Einst wird Heimdall durch Blasen des Gjallarhorns den Beginn der Ragnarökr ankündigen (Gylf., 51).
Im dann entbrennendem Endkampf werden Heimdall und Loki einander umbringen (Gylf., 51).
Bis es aber soweit ist, wird Heimdall in Ruhe sein behagliches Heim Himmelsburg genießen und dort dem herrlichen Mete frönen (Edda, Grimnismal, 13).
In der Völuspa bezeichnet die Seherin Heimdall als Stammvater der Menschen.
Gehör heisch ich
heilger Sippen,
hoher und niedrer
Heimdallsöhne:
du willst, Walvater,
daß wohl ich künde,
was alter Mären
der Menschen ich weiß.
Völuspa, hier zit. n. F. Genzmer
Im Merkgedicht von Rig (Rigspula) ist wohl Heimdall derjenige, der die Menschen besucht und ihnen die ständische Ordnung gibt, mit Knechten, Freien, Kriegern, Weisen und dem König, siehe Rig.
Von seinem cultus zeugen norwegische ortsnamen Heimdallarvattn, ein see in Guldbransdalen (...), und Heimdallshoug, ein berg in Nummedalen (...); beider geschieht in den altn. sagen keine meldung. (J. GRIMM, Deutsche Mythologie, I., 194)
Das Motiv eines Hornbläsers, der den letzten Kampf ankündigt, ähnelt den das Jüngste Gericht ankündigenden Engeln der christlichen Endzeit (Offb. 8,6ff.).