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| Deutsche Mythologie / Geistwesen | |
(auch Hütchen) Eine Gruppe hilfreicher und fleißiger Hausgeister ist in Deutschland als Heinzelmännchen bekannt. Sie gehören zur formenreichen Verwandtschaft der Kobolde, zu denen zum Beispiel auch die lästigen Poltergeister gerechnet werden.
Anders als diese Hausplagen sind die Heinzelmännchen meist gern gesehene Mitbewohner des Hauses. Heimlich verrichten sie im Haushalt anfallende Arbeiten und geben guten Rat, sofern sie im Gegenzug einmal die Woche und Feiertags ihre Mahlzeit erhalten und mit Achtung behandelt werden (ARROWSMITH, 265f.).
Stets halten die Heinzelmännchen ihrem Haus die Treue und wehren allerlei Schaden ab. Zu vermeiden ist jedoch, ihnen nachzuspionieren, sie schlecht mit Nahrung zu versorgen oder ihnen Kleidung zu schenken. In diesem Fall betrachten sie sich nämlich als ausgelohnt und entlassen und verschwinden auf Nimmerwiedersehen.
Wie alle Kobolde sind auch die Heinzelmänchen männlich bis geschlechtslos. Von Hinzelmann heißt es nur, daß er zwei Mädchen, die er selbst gern hat, alle Freier verscheucht (HERRMANN, 135). Verheiratet mit der Hille Bingels soll der Hinzelmann von Lüneburg gewesen sein, der im 16. Jahrhundert das dortige Schloß bewohnte (ARROWSMITH, 266f.).
Kenntlich sind diese zwischen ein und drei Fuß großen, in der Regel rothaarigen und langbärtigen Kobolde an ihrer meist roten Mütze und ihrer roten oder grünen Kleidung. Gern verwandeln sie sich in andere Gestalten und sind dann als Hahn, kleines Kind, Schlange oder Katze sichtbar. Wie die scheinen sie auch zu schlafen, denn auch das Lager des Hütchen am Hofe des Bischofs Bernhard von Hildesheim war eine Grube ähnlich der einer Katze (Eine Mulde im Keller war seine Schlafstätte, GRIMM, Deutsche Sagen, Nr. 75; Vergleich n. KUHN u. SCHWARTZ, 475, Anm. 39).
Auch vermögen sie ihre Umgebung mit schallendem Gelächter anzustecken (ARROWSMITH, 266). Solches Lachen deutet darauf hin, daß der Heinzelmann, wie es seine Art ist, Schabernack getrieben hat.
Für die Heinzelmännchen gibt es eine Unzahl Bezeichnungen, worin sich ihr enges Verhältnis zum Menschen spiegelt: Hinzelmann, Hütchen, Kleiner Hans, Heinzlin, Guter Johann, Chimke (von Joachim), Wolterken u. a. (ARROWSMITH, 265).
Der heute gebräuchliche Männername Heinz war ursprünglich eine allgemeine Bezeichnung für diese Hausgeister.