Das Schwarze Netz - zum Anfang< zurück
 Germanische Mythologie
 
 

Hel

(nord. „Hölle”, „Höllenwelt, -raum”; Hella, Hellia; Helheim) In der germanischen Mythologie ist Hel zum einen das Totenreich unter den Wurzeln Yggdrasills, zum anderen Name der Todesgöttin selbst.

Die Todesgöttin Hel ist eine Tochter der Riesin Angrboda und des Loki. Ihre Geschwister sind die Midgardschlange und der Fenriswolf.

Hel wird geschildert als halb schwarze, halb weiße Göttin, welche die Seelen der auf dem Lande und an Krankheit verstorbenen im Empfang nimmt und unerbittlich festhält. Auf ihrem dreibeinigen, grauen Totenpferd Helhesten soll Hel die Toten holen und nach Nifelheim bringen.

Ihr Totenreich ist das Ziel für alle, die auf dem Land an Krankheit oder Altersschwäche sterben. Es liegt unter einer der drei Wurzeln Yggdrasils (Grimnirlied, 29), der Saal der Hel heißt Eljudni („Plage”).
Ertrunkene gehören der Ran und die Kriegstoten als Einherier je zur Hälfte Odin und Freya. Zunächst aber gehen sie zur Hel, auch Riesenoder Götter müssen den „Helweg” gehen, beispielsweise Baldur nach seiner versehentlichen Tötung durch Hödur.

Hel liegt in der Unterwelt Niflheim. Das Überschreiten des Gatters der Brücke Gjallarbru, die über den Fluß Gjöll führt bedeutet ewigen Abschied. Ein Hund hält hier Wache, sein Name ist Garm.

In Hels unterirdischer Halle kräht ein braunroter Hahn, so wie bei den Göttern der Hahn Güldenkamm und bei Eggdir der feuerrote Hahn Fjalar kräht. (Voluspá, 35)

Die Christen machten aus Hel, dem Aufenthaltsort der Toten, die Hölle als Strafort mit entsetzlichen Foltern.

Wie die Hel halb schwarz, halb weiß dargestellt ist, sind auch andere Göttinnen in ihrem Apekt als trauernde Göttin schwarz dargestellt. So kennt man eine schwarze Diana, eine schwarze Demeter, auch die Erinnyien und Furien werden schwarz und weiß gebildet, Hekate hat halb schwarze, halb weiße Kleidung. Das Christentum kennt die Maria als schwarze Madonna.