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 Germanische Mythologie
 
 

Lärad

Ljeradr, Lärâdr; dt. Larad. In der nordischen Mythologie ein gewaltiger Baum.

Dieser Baum steht mitten in Odins Halle in Walhall. Von seinem Laub bricht die Ziege Heidrun ab, aus deren Euter beständig Met fließt (ähnlich wie der Nektar aus dem Horn der griech. Amalthea, GRIMM II., 683.
Auch der Hirsch Eikthrynir (Eichdorn) äst an Lärad. Aus seinem Geweih tröpfelt unaufhörlich Wasser, das von Hvergelmir ausgehend die Flüsse der Welt speist (Edda, Grimnirlied 26f.).

Lärad ist vielleicht eine Variante der Yggdrasil. Allerdings deutet der Name des Hirsches Eikthrynir („Eichdorn”) mehr auf die Eiche als auf die Esche, als die Yggdrasil beschrieben ist.

Da Lärad in der himmlischen Halle Odins steht, kann auch angenommen werden, das Lärad den Wipfel des Weltenbaums bezeichnet.

 

Allgemein sei an eine segensreiche Wirkung des Baumschattens zu denken, wenn Versammlungen unter schattenden Bäumen abgehalten werden; „dem Baume Larad in der Edda, der mit seinem ,stillen Schatten’ die Göttertiere nährt, kommt freilich ... besondere Heiligkeit zu.” (BIELER i. Handwörterbuch, IX, N. 130)